https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Montag, 20. Oktober 2008

Unverwesbare, wundertätige Indianerin soll seliggesprochen werden

Rose Prince (1915-1949) | Copyright: roseprincecatholic.net

Lejac/ Kanada - Rose Prince vom Stamme der Dakelh ist wohl die einzige Amero-Indianerin, die Inhalt eines katholischen Pilgerglaubens ist. Jahre nach ihrer Beerdigung wurde in ihrem Grab ihr nahezu unverwester Leichnam vorgefunden und Erde von ihrem Grab soll Wunderheilungen herbeiführen. Der Vatikan reagiert indes noch zögernd auf Forderungen kanadischer Gläubiger, den Prozess der Seligsprechung einzuleiten.

Der Pilgerbewegung um Rose Prince ist umso ungewöhnlicher, als dass Prince selbst zu den Opfern des so genannten "Canadian Residential School System" gehört. In diesem staatlich-kirchlichen Programm seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die frühen 1980er Jahre, wurden den Kindern der kanadischen Ureinwohner in erzwungenen Schulbesuchen die Muttersprache verboten und durch ein tiefgreifendes Umschulungsprogramm versucht, aus ihnen Christen und zugleich Bauern zu machen. Hierbei kam es zu zahlreichen psychischen und physischen Übergriffen, für die sich vor wenigen Jahren sowohl die beteiligten Kirchen, als auch der kanadische Staat entschuldigt, den mehrere Generationen umfassende Versuch, ganze Kulturen auszulöschen, bislang jedoch nicht als "Verbrechen" anerkannt hat.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Rose selbst wurde 1915 in Forth St. James in der kanadischen Provinz British Columbia als drittes von neuen Kindern von Agathe und Jean-Marie Prince, einem direkten Nachkommen des Häuptlings Kwah geboren. Seit 1922 besuchte auch Rose im Rahmen des Umerziehungsprogramms die Nonnenschule der "Sisters of the Child Jesus" in Lejac, in der auch schon ihre Mutter aufgewachsen war. Mit 16 nahm ihr die Grippe ihre Mutter und ihre beiden jüngsten Schwestern, weswegen sie seither freiwillig, nicht wie gewöhnlich, die Sommer zuhause, sondern weiterhin in der Schulanstalt verbrachte.

Im Alter von 34 Jahren wurde bei Rose Tuberkulose diagnostiziert, weswegen sie am 19. August 1949 in ein Krankenhaus eingeliefert wurde - hier jedoch noch am selben Tag verstarb.

Das Grab der Rose Prince in Fraser Lake | Copyright: The Mighty Quill/ Creative Commons-BY-SA

Zwei Jahre später sollten dann zahlreiche Gräber auf dem Grundstück der Schule auf den nahegelegenen Kirchhof überführt werden, wobei Arbeiter den Sarg von Rose Prince beschädigten und dabei ihr unverwester Leichnam entdeckt wurde. Weder die Kleider, noch der Körper von Rose zeigten Spuren von Verwesung, wie sie jedoch in allen anderen Särgen entdeckt wurden - selbst wenn diese erst deutlich nach Rose bestattet worden waren.

Nachdem später auch erste Berichte von der angeblichen wundersamen Heilkraft der Erde von Roses Grab bekannt wurden, kam es 1990 auf Initiative von Pater Jules Goulet zu einer ersten Wallfahrt ans Grab von Rose Prince, an der sich damals lediglich 20 Gläubige beteiligten. Heute folgen jährlich mehr als 1000 Pilger dem Ruf nach Lejac. Auch den Fürbitten von Pater Goul am Grab von Rose Prince werden mittlerweile heilende Kräfte zugesprochen.

Wie das "Canadian Broadcasting Centre" (CBC) berichtet, fordern immer mehr gläubige Katholiken die Selig- und Heiligsprechung von Prince. Die CBC-Nachrichten zitieren denn auch den Bischof von Prince George, Gerald Wiesner, dahingehend, dass dieses Anliegen auch dem Vatikan bekannt sei. Bislang, so der Vatikan laut Wiesner, lägen jedoch noch nicht genügend Beweise und Fallberichte vor, um den Beatifikationsprozess zu eröffnen.

Bücher zum Thema

- - -

>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<
Oxford-Studie: Glaube lindert Schmerzen
150 Jahre Marienerscheinung in Lourdes: Papst besucht Wallfahrtsort

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cbc.ca

Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE