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Dienstag, 25. November 2008

ESA beobachtet Aurorae auf dem Mars

Künstlerische Darstellung der Mars-Aurorae | Copyright: ESA/ M. Holmström (IRF)

Paris/ Frankreich - Nicht nur auf der Erde zaubern Polarlichter ein wundersames Leuchten an den Nachthimmel, auch auf anderen Planeten gibt es diese Erscheinung. Jetzt haben französische Wissenschaftler eine erste Karte dieser Phänomene auf dem Roten Planeten zusammengestellt.

Da der Mars nicht wie die Erde über ein einheitliches Magnetfeld verfügt, anhand dessen diese Lichter nur über den Polen ihren Ursprung nehmen, können die geladene Teilchen des Sonnenwindes entlang der gesamten Feldlinien in die Atmosphäre des dünnere Planeten eintreten und somit den Lichterzauber nicht nur über den Polregionen, sondern an mehren Orten verteilt entstehen lassen. Auch der Umstand, dass Teile der Planetenkruste selbst magnetisch sind, beeinflusst das Auftreten des Naturphänomens.

Anhand von Beobachtungen der europäischen Sonde "Mars Express" haben Forscher um Francois Leblanc vom Service d’Aéronomie (IPSL/CNRS) anhand von bislang neun Beobachtungen eine erste Karte erstellt, die die Polarlichter des Mars - die hier generalisierend als Aurorae bezeichnet werden - zeigt.

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Die Kartendaten deuten daraufhin, dass die Aurorae des Mars dort am intensivsten auftreten, wo das Magnetfeld des Planeten am stärksten ist. Für die Forscher ein Hinweis darauf, dass das Magnetfeld die Aurorae hervorruft. Wie aber die Elektronen so stark beschleunigt werden, dass sie die Aurorae auf dem Mars hervorrufen können, ist auch noch unbekannt. "Es könnte sein, dass die Magnetfelder des Mars sich mit dem Sonnenwind verbinden und so den Elektronen einen Weg bahnen", erklärt Leblanc.

Auf der Erde entstehen Polarlichter, wenn geladene Sonnenwindpartikel und durch das Magnetfeld der Erde abgelenkte geladene Teilchen auf Sauer- und Stickstoff-Moleküle in der Atmosphäre treffen und die energiereichen Teilchen die Luftmoleküle zum Leuchten anregen.



"Zukünftige Astronauten sollten jedoch auf dem Mars keine vergleichbar beeindruckende Lichter-Show erwarten, wie man sie von der Erde kennt", erläutert Leblanc die Tatsache, dass die Aurorae des Roten Planeten aufgrund dessen dünnerer Atmosphäre wesentlich schwächer ausfallen, als die Polarlichter der Erde. Zudem fehlt es hier an der notwendigen Menge von Stick- und Sauerstoffmolekülen, wodurch fraglich ist, ob das atmosphärische Lichterspiel von der Oberfläche des Mars überhaupt als solches zu sehen ist. Auf den Aufnahmen von Mars Express waren die Aurorae bislang lediglich im ultravioletten und infraroten Lichtspektrum zu erkennen.

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Quellen grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int / IPSL / CNRS
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