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Samstag, 15. November 2008

Sensation: Berliner Ärzte besiegen HIV

Archiv: Ein sich aus einer Immunzelle herauslösendes HI-Virus | Copyright: NIH / Public Domain
Berlin/ Deutschland - Ärzten der Berliner Charité ist es erstmals gelungen, das HI-Virus aus dem Körper eines seit 10 Jahren erkrankten Patienten zu verbannen. Dabei handelte es sich um einen Zufallserfolg, da der HIV-positive Patient eigentlich wegen Leukämie behandelt wurde.

UPDATE 7.12.2013Hoffnung auf Aids-Therapie bekommt einen DämpferFür mehrere Monate schienen zwei mit HIV infizierte Patienten frei vom Virus. Beide hatten wegen einer Krebserkrankung eine Knochenmarkspende erhalten. Doch nun berichten ihre Ärzte: Der Erreger wurde nicht besiegt. weiterlesen...
Um die Leukämie (Blutkrebs) zu behandeln, benötigte das Team um Eckhard Thiel, Gero Hüttner und Thomas Schneider um einen Knochenmarkspender der auch immun gegen das HI-Virus sein musste - ein Umstand der nur bei etwa drei Prozent der Spender zutrifft. Zudem suchten die Mediziner gezielt einen Spender aus, der die Mutation Delta 32 auf dem Rezeptor CCR5 aufwies. Diese Genmutation tritt bei etwa einem bis drei Prozent der europäischen Bevölkerung auf. Wenige Jahre vorher hatten Forscher festgestellt, dass Personen, die diese Mutation von beiden Eltern vererbt bekommen haben, zuverlässig gegen eine Übertragung des HI-Virus geschützt sind.

Nachdem ein solcher Spender gefunden und das Knochenmark erfolgreich transplantiert werden konnte, sind nun beide Krankheiten gestoppt und das HI-Virus seit mittlerweile 20 Monaten im Körper des 42-jährigen Amerikaners in nicht mehr nachweisbar und das obwohl aufgrund der Transplantation alle HIV-Medikamente abgesetzt werden mussten. Normalerweise führt die Absetzung der Medikamente innerhalb weniger Wochen zum Ausbruch von AIDS

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"Dies ist ein interessanter Fall für die Forschung", erklärt Prof. Rudolf Tauber, Prodekan für Forschung der Charité. Wer jetzt jedoch Millionen von HIV-Infizierten Hoffnung auf Heilung verspreche, handele unseriös. "Dieser Einzelfall unterstreicht jedoch die Schlüsselrolle des Gens CCR5 in der Übertragung und Erkrankungsentwicklung von HIV“, so Prof. Thiel. Medikamente mittels CCR5 sind bereits zugelassen und werden weiter erprobt.

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, 2. Oktober 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / charite.de /dw-world.de
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