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Freitag, 19. Dezember 2008

Salem verweigert Geisterjagd im "Hexenhaus"

Hexenprozess zu Salem, Illustration von 1876 | Copyright: Public Domain

Salem/ USA - Zuerst sah alles danach aus, als würde der Stadtrat einer paranormalen Untersuchung des Wohnhauses von Richter Jonathan Corwin aus dem 17. Jahrhundert - das auch als Witch House (Hexenhaus) bekannt ist - zustimmen. Nun wurde die Nutzung des historischen Gebäudes für Untersuchungen der "Spirit Finders Paranormal Investigators of North Smithfield" jedoch verweigert.

Bei der Entscheidung, so berichten die "Salem News" waren nur drei der fünf Verantwortlichen anwesend und entschieden, dass es von schlechtem Geschmack zeuge, in einem historischen Gebäude mit einer derart tragischen Vergangenheit, eine Untersuchung nach Geistern durchführen zu lassen (s. f. "Hintergrund").

Comic-Hexe im offiziellen Signet der Salem Police

Die Geisterforscher zeigten sich über die Entscheidung enttäuscht. Zumal das Hafenstädtchen selbst von jeher seine belastete Geschichte auf unterschiedliche und nicht immer pietätsvolle Weise vermarktet, wenn etwa eine auf einem Besen reitende Hexe Polizeiwagen ziert, man offizell den Spitznamen "Whitch City" führt oder die Stadt selbst Hexenrundgänge und landesweit Salem-Specials wie trinkbares "Salemer Hexenblut" und Hexenschulen zu Halloween vermarktet.

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Auch die Tatsache, dass die Stadt selbst das besagte Gebäude als "Witch House" (Hexenhaus) und nicht historisch korrekt etwa als "Jonathan Corwin House" touristisch vermarktet, sehen die Mitglieder der Paranormal Investigators and Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen in dieser Angelegenheit mit zweierlei Maß messen.

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Was zu dem Sinneswandel bei den Stadtverantwortlichen geführt hat, ist bislang immer noch unklar. Noch vor wenigen Wochen, als der Antrag gestellt wurde, hatten diese öffentlich ein positives Interesse an der geplanten Untersuchung der Räumlichkeiten mittels verschiedener technischer Überwachungsinstrumente gezeigt und sich von den Aktivitäten der Gruppe einen Anstieg des Interesses an der Touristenattraktion erhofft (...wir berichteten). Auch ortsansässige Geschäftsleute hatten sich von den Untersuchungen einen Impuls für den lokalen Tourismus erhofft. Schon zuvor konnte ein entsprechender Trend durch die Untersuchungen der US-amerikanischen TV-Show "Ghost Hunters" vor Ort beobachtet werden.


Als Erklärung für die Absage gab ein Ratsmitglied an, dass seit den Medienberichten über den Antrag der "Spirit Finders" weitere Gruppen um Erlaubnis für ähnliche Aktivitäten angefragt hätten und man keinen anderen Weg gesehen habe, um derartiges zu kontrollieren.

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Hintergrund: Der Hexenwahn von Salem
Der Hintergrund der heutige Suklegenden auch im Haus der Corwins findet sich in den Hexenprozessen von Salem, in Folge derer es zu einer Hysterie, zahlreichen Verhaftungen, 20 Hinrichtungen und weiteren Todesopfern während der Inhaftierung gekommen war.

Begonnen hatte alles im Winter 1691/92 mit dem merkwürdigen Verhalten von Betty Parris und Abigail Williams, die Tochter und die Nichte des Pfarrers Samuel Parris , die anfingen merkwürdig zu sprechen, sich unter Dingen zu verstecken und auf dem Boden herum zu kriechen. Nachdem kein Arzt das Leiden der Mädchen bestimmen konnte, hieß es schlussendlich, dass die beiden vom Teufel besessen sein müssten. Schnell griff dieser Glaube um sich und auch andere Bürger - vornehmlich Frauen - standen plötzlich in diesem Ruf und wurden gedrängt, die Namen derjenigen zu nennen, von denen sie besessen waren, was zu einer ganzen Welle von Beschuldigungen führte.

Am 1. März wurden die angeklagten Frauen der Hexerei beschuldigt und inhaftiert, während weitere Anschuldigungen folgten. Schlussendlich warteten wahrscheinlich bis zu 80 Angeklagte unter unmenschlichen Umständen auf ihren Prozess. Noch bevor dieser beginnen konnte, kam es bereits zu ersten Todesfällen und schwerwiegenden Erkrankungen unter den Inhaftierten, während es weiterhin zu neuen Anschuldigungen innerhalb der Gemeinde kam.

In den Verhandlungen wurden alle Angeklagten der Hexerei für schuldig befunden und nur wer sich schuldig bekannte und weitere Verdächtige nannte, wurde nicht hingerichtet. Insgesamt wurden so 20 Personen exekutiert, darunter auch ein angesehener Geistlicher.

Erst im Januar 1693 wurden die Verfahren eingestellt, nachdem nicht nur die Beschuldigten, sondern auch das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der gesamten Region darunter litt: Ernten wurden nicht gepflegt, das Vieh vernachlässigt, Geschäfte und Betriebe standen still.
Der Ereignisse hinterließen in der damaligen Gesellschaft Neuenglands einen derart tiefen Eindruck, dass der Einfluss des puritanischen Glaubens auf die Regierung schwand und damit indirekt die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten von Amerika geboren wurden.

Neben dem Theaterstück "Hexenjagd" von Arthur Miller wurden die Ereignisse von Salem einer breiten Öffentlichkeit besonders durch dessen die Verfilmungen aus den Jahren 1957, 1996 mit Daniel Day-Lewis und Winona Ryder und - unter dem Titel "The Covenant - Der Pakt" im Jahre 2007 bekannt.

Das Haus der Familie Corwin selbst, war Schauplatz zahlreicher Befragungen und Untersuchungen während der Prozesse die neben John Hathorne auch von Richter Jonathan Corwin geführt wurden.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / salemnews.com

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