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Montag, 2. Februar 2009

Cassini dokumentiert Veränderungen der flüssigen Seen auf Titan

Auf den vier Aufnahmen werden die Veränderungen von 2004 bis 2005 deutlich | Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute

Pasadena/ USA - Neue ausgewertete Aufnahmen der NASA-Raumsonde Cassini bestätigen das Vorhandensein von Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen auf dem Saturnmond Titan. Die für Seen gehaltenen dunklen Flächen zeigen saisonale Veränderungen auf, wie sie wahrscheinlich durch Methan-Regen entstehen.

Die am Nord- und Südpol des Saturntrabanten schon vor Jahren entdeckten dunklen Flächen, stehen schon seit langem in der Diskussion, Seen aus Kohlenwasserstoffen wie Methan und Ethan zu sein (...wir berichteten). Auch eine aktuell im Fachjournal "Geophysical Research Letters" veröffentlichte Studie von neuen Aufnahmen der südlichen Polarregion des Titan bestätigt diese Annahme: Auf den Bildern sind "Seenflächen" zu sehen, wie sie auf früheren Aufnahmen der Sonde der selben Region noch nicht zu sehen waren. Das Vorhandensein eines dichten Wolkensystems über der Gegend im vorangegangenen Jahr, deutet darauf hin, dass die neuen Flächen das Ergebnis saisonaler Regenfälle sind.

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Mittels des Imaging Science Subsystem (ISS) an Bord der Sonde konnte nun auch die erste vollständige Karte des Saturnmondes vorgestellt werden. Diese beinhaltet auch die neusten Aufnahmen der nördlichen Seen-Region, in der deutlich mehr flüssige Seen vorhanden sind als am Südpol, wie sie am 15. und 16. August 2008 von der Sonde gesehen wurden. Da am Nordpol des Titan bald der Sommer einkehren wird, erwarten die Forscher, dass sich nun auch hier ein konvektives Wolkensystem bilden wird und auch hier - möglicherweise sogar noch größere - Seenflächen aus Kohlenwasserstoffen entstehen werden.

Schon jetzt gibt es hier gigantische Seen, wie etwas das Mare Kraken mit einer Fläche von rund 400.000 Quadratkilometern - das etwa Fünffache der derzeitigen Ausdehnung des nordamerikanischen Lake Superior. Alle Seen der nördlichen Polarregion bedeckten laut einer letzten Messung mehr als 510.000 Quadratkilometer - 40 Prozent mehr also als das Kaspische Meer.

Aktualisierte Karten des Saturnmonds Titan (Eine größere Version finden Sie HIER) | Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute

Das Team um die Leiterin der wissenschaftlichen Bildauswertung der Cassini-Daten Dr. Elizabeth Turtle glaubt jedoch, dass auf der Titan-Oberfläche dennoch nicht genügend Methan in flüssiger Form vorhanden ist, als dass der derzeit zu beobachtenden Flüssigkeitskreislauf über längere geologischen Perioden von mehr als 10 Millionen Jahre aufrecht erhalten werden könne. Gemeinsam mit früheren Daten kommt die aktuelle Studie jedoch zu der Annahme, dass es unter der Mondoberfläche weitere ausgedehnte Methanlager geben muss.

Titan ist der einzige Trabant in unserem Sonnensystem mit einer dichten Atmosphäre in der auch komplexe (chemisch) organische Verbindungen vorkommen. Wie lange diese jedoch schon vorhanden ist, ist immer noch nicht bekannt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / saturn.jpl.nasa.gov / nasa.gov
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