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Sonntag, 26. April 2009

Forscher entwickeln Detektor für außerirdisches Leben

Archiv: Bewaldeter Planet | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Gaithersburg/ USA - Noch bevor Sonden oder gar Menschen fremde Welten betreten, wollen US-amerikanische Wissenschaftler zukünftig mit einer neuentwickelten Technologie schon aus der Ferne auf diesen Planeten nach Spuren von Leben suchen. Hierbei wollen sich die Forscher den Umstand zu nutze machen, dass etwa mit Pflanzen bewachsene Planeten das Licht ihrer Sonne anders reflektieren, als leblose Felsenwelten.

Wird das ursprünglich unpolarisierte Sonnenlicht etwa von Blattgrün (Chlorophyll) der Pflanzen reflektiert, wird es auf eine ganz bestimmte Art und Weise polarisiert. Auch andere optisch aktive lebenstypische Moleküle beeinflussen das reflektierte und somit von der Erde oder mit Weltraumteleskopen beobachtbare Sonnenlicht in einer charakteristischen Weise.

Hintergrund der grundlegenden These der Forscher ist die Eigenschaft von bio-organischen Molekülen, dass sie auftreffende Photonen (Lichtteilchen) entweder links- oder rechtsdrehend polarisierend reflektieren (Chiralität). Erkennt der Detektor auf einem Planeten überwiegend eine Art dieser Polarisation, so wäre dies ein deutlichen Zeichen für organischen Leben. Zeige sich eine vornehmlich ausgewogene Chiralität, spreche dies für eher für einen unbelebten Planeten, denn auch anorganische Moleküle polarisieren das Licht. Wenn sich aber Organismen bilden, so die Hypothese der Forscher, so gewinnt eine Anordnungsweise die Oberhand. Es sei "schwer vorstellbar, dass eine Planetenoberfläche eine klare Chiralität zeigt, ohne dass eine Selbstanordnung vorhanden ist, wie sie eine entscheidende Komponente des Lebens ist", so Thomas Germer vom NIST, dessen Team das entwickelte Gerät in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) ausführlich beschreibt.

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Unter anderem finanziert von der europäischen Raumfahrtagentur ESA, arbeiten die Forscher des National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA derzeit an der Entwicklung eines Instruments, mit dem diese charakteristische Polarisation und somit Leben auf dem anvisierten Planeten auch aus großer Entfernung erkannt, analysiert und ausgewertet werden kann. Mittlerweile sind die Arbeiten daran schon derart fortgeschritten, dass die Wissenschaftler anhand des unterschiedlich polarisierten Lichts Chlorophyll von Blättern oder Cyanobakterien erkennen kann - bislang allerdings nur aus nächster Nähe.

Die Messeinheit soll jedoch nicht nur nach charakteristischen Spuren bekannten irdischen Lebens, sondern auch nach grundlegenden Molekülen suchen können. "Wir wollen uns nicht auf die Suche bekannter Lebensmarker wie etwa Sauerstoff, wie er von irdischen Lebewesen verbraucht wird, konzentrierten, sondern auch nach Aminosäuren, Zuckern und DNA-Bestandteilen Ausschau halten", erklärt Germer.

In nächsten Schritten, soll die Empfindlichkeit des Detektors nach und nach erhöht werden, sodass zunächst eine räumlich weiter entfernte Probe, dann Landstriche und schlussendlich - von Bord von Satelliten oder Weltraumteleskopen - ganze Planeten abgetastet werden können. Bevor die Einheit also nach außerirdischem Leben auf fernen Planeten suchen kann, muss sie ihr Können erst anhand der Erde unter Beweis stellen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nist.gov

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