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Mittwoch, 15. April 2009

Neuro-Studie: Wer betet, spricht wie zu einer realen Person

Gebet | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Aarhus/ Dänemark - Mittels MRT-Scans von 20 gläubigen Christen während des Gebetes haben dänische Neurowissenschaftler herausgefunden, was im Hirn vor sich geht, wenn gebetet wird.

Das Team um Uffe Schjodt von der Aarhus Universitet hatte die Probanden darum gebeten während der Scans still vor sich hin zuerst das Vater Unser und dann einen Kindervers zu rezitieren. Während beider Vorträge wurde identische Hirnareal aktiviert, wie sie typischerweise mit wiederholendem Erlernen einhergehen.

In einer zweiten Aufgabe sollten die Probanden ein persönliches Gebete improvisieren, bevor sie an dieses Gebet dann einen Wunsch an den Weihnachtsmann anschließen sollten. Hierbei zeigte sich, dass die improvisierten Gebete, die gleichen Hirnmuster erzeugten, wie jene, die entstehen, wenn Menschen miteinander kommunizieren. Hinzu wurden Kreisläufe aktiviert, wie sie mit der Wahrnehmung anderer Personen als Individuum assoziiert werden. Ihre Forschungsergebnisse haben die Forscher nun im Fachmagazin "Social Cognitive and Affective Neuroscience" veröffentlicht.

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Zwei der aktivierten Hirnregionen werden mit der Verarbeitung von Verlangen und der Erwägung möglicher Reaktionen des Gegenüber - in diesem Falle Gott - in Verbindung gebracht. Ebenfalls aktiviert wurden Teile des prefrontalen Kortex die mit der Abwägung von Absichten des Gesprächspartners einhergehen, zudem eine Region, die mit Erinnerungen über vorherige Handlungen des Gegenüber assoziiert werden.

Der prefrontale Kortex gilt als Schlüssel-Areal der so genannten Theory of Mind (ToM), welche die Fähigkeit, eine Annahme über Bewusstseinsvorgänge in anderen Personen vorzunehmen, also in anderen Personen Gefühle, Bedürfnisse, Absichten, Erwartungen und Meinungen zu vermuten, beschreibt. Interessanterweise zeigte diese Region keine Aktivität, als die Wünsche an den Weihnachtsmann formuliert wurden. Ein Hinweis also darauf, dass die Probanden den Weihnachtsmann als fiktive Gestallt, Gott jedoch als reales Individuum betrachteten.

Schon frühere Studien hatten gezeigt, dass der prefrontale Kortex inaktiv ist, wenn sich Menschen mit unbelebten Objekten, etwa Computerspielen, beschäftigen. "Unser Hirn aktiviert diese Areal nicht, wenn keine Wechselwirkung erwartet wird, da auch keine Notwendigkeit dazu besteht, sich über etwaige Absichten des Computers Gedanken zu machen", so Schjodt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Probanden tatsächlich davon ausgehen, durch ihre Gespräche mit einer real vorhandene Person zu kommunizieren. "Für Atheisten zeigten unsere Studie, dass Gott nur eine Illusion ist. Für Gläubige hingegen ist es ein Beweis dafür, wie real Gott ist".

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Studie: Fürbitten wirken doch
, 24. April 2007

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / au.dk / newscientist.com
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