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Mittwoch, 8. April 2009

Umstrittene Pläne: Plastik-Stonehenge für Oberfranken

Das Original: Der mächtige Steinkreis von Stonehenge im englischen Wiltshire | Copyright: franklaumen.de

Wunsiedel/ Deutschland - Der Kuntfels-Hersteller, Geschichts- und Kelten-Fan Kai Hammerschmidt plant im Fichtelgebirge den Nachbau des jungsteinzeitlichen Steinkreis-Monuments von Stonehenge und hinzu einen "Park der Kelten". Bei Jägern und Historikern stößt er damit jedoch nur auf wenig Zustimmung. Lokalpolitiker sehen hingegen einen Impuls für die Region.

Die Kosten der Anlage schätz der Initiator des "Wunhenge"-Projekts laut einem Bericht des Bayrischen Fernsehens auf bis zu vier Millionen. 500.000 Euro alleine für die Erschließung des Geländes. Etwa die Hälfte erhofft sich Hammerschmidt durch staatliche Finanzierungshilfen aufbringen zu können.

Doch nicht nur lokale Jäger, die ihre Jagdreviere von dem Projekt gestört sehen, sondern auch Historiker äußern Kritik an dem Vorhaben und bezweifeln besonders Hammerschmidts Begründungen für den Antrag auf die Fördergelder, wonach Wunsiedel und Oberfranken zu einem interessanten Standort von Megalithkulturen gehöre und ein Ort sei, an dem sich die Kelten in grauer Vorzeit angesiedelt hätten.

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Laut dem BR-Bericht widerspricht dieser Vorstellung der Bamberger Archäologe Björn-Uwe Abels. Im Gegenteil: Der Raum Wunsiedel sei zwischen 5.000 v. Chr. und dem frühen Mittelalter geschichtlich relativ belanglos. Es gäbe aus dieser Zeit kaum Funde und keine archäologischen Denkmäler, so der Professor für Frühgeschichte in der Abendschau Franken im Bayerischen Fernsehen. Lediglich eine einzelne keltische Grabstätte sei im Fichtelgebirge bekannt.

Der Bürgermeister von Wunsiedel, Karl-Willi Beck, betonte in der Abendschau Franken, dass geschichtliche Wahrheit als Basis für ein solches Projekt wichtig sei, zeigt sich dem Projekt gegenüber allerdings offen und interessiert: "Wichtig ist, dass hier eine Initiative eines einheimischen Unternehmers kommt und wir sind alle aufgerufen, dies zu unterstützen." Auch der Stadtrat konnte von dem Impuls, der von dem Projekt für Wunsiedel und die Region ausgehen könne überzeugt werden und hat sich mit knapper Mehrheit für die Vision Hammerschmidts ausgesprochen.

Der Unternehmer sieht alleine schon in der Landschaft eine Verbindung zum südenglischen Vorbild - selbst die Straße, die zum englischen Steinkreis führe trage die gleiche Nummer, wie die Bundesstrasse 303 neben dem geplanten "Wunhenge"-Ort. Geht es nach Hammerschmidt, soll das oberfränkische Plastik-Stonhenge bereits im Sommer nächsten Jahres (2010) fertig werden.

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Quellen: br-online.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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