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Samstag, 13. Juni 2009

Neue Methode zur Atmosphären-Analyse von Exoplaneten erfolgreich getestet

Sonnenlicht fällt scheint durch die Planetenatmosphäre (Illu.) | Copyright: iac.es

La Palma/ Spanien - Spanische Astronomen haben eine bislang lediglich theoretisch angedachte Methode zur Analyse von Atmosphären von Exoplaneten erfolgreich getestet. Hiermit wird die Suche nach möglichen Lebensspuren auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zukünftig deutlich vereinfacht.

Das Team um Enric Palle vom Instituto de Astrofisica de Canarias (IAC) benutzte das William Herschel Teleskop sowie das Nordic Optical Telescope auf La Palma um anhand des so genannten Transmissionsspektrums Informationen über die chemische Zusammensetzung der Erdatmosphäre. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" veröffentlicht.

Die bereits zuvor vorgeschlagenen Analysemethode basiert auf der Idee, dass Licht eines Zentralgestirns spektroskopisch zu analysieren, wenn dieses bei einem von der Erde aus beobachteten Transit des Planeten durch dessen Atmosphäre scheint.

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Zwar kann diese Methode von der Erde aus nicht auf die Erde selbst angewendet werden, doch nutzen die Astronomen für ihren Versuch das von der Mondoberfläche während einer Mondfinsternis zurückgeworfene Licht, um das Spektrum der Erdatmosphäre zu analysieren.

Die dabei gemessen Daten zeigten nicht nur eindeutige Zeichen für Leben auf unserem Planeten wie Kohlendioxid, molekularen Wasserstoff und Wasser - die Werte waren auch als deutlich stärker als anhand theoretischer Modelle erwartet. Zudem beinhalteten die Daten auch spektrale Signaturen der irdischen Ionosphäre.

"Jetzt wissen wir, wie das Transmissionsspektrum eines bewohnten Planeten aussieht und haben eine sehr viel bessere Vorstellung davon, wie wir auch andere bewohnte, erdähnliche Planeten außerhalb des Sonnensystems anhand ihres Spektrums erkennen können. Die in unserem Experiment gewonnen Daten zeigen uns, dass diese Methode sehr effizient ist, wenn es darum geht, Informationen über mögliche und wahrscheinliche biologische Prozesse auf diesen Planeten zusammenzutragen", so Palle.

Anhand der gewonnen Daten erhoffen sich die Astronomen nun, dass schon 20 bis 30 beobachtete einstündige Durchgänge (Transits) nicht zu weit entfernter erdähnlicher Planeten vor ihrem Muttergestirn genügen, um die Hauptbestandteile der Zusammensetzung ihrer Atmosphären ablesen zu können.

Innerhalb der kommenden zehn Jahre rechnen die meisten Astronomen mit den Entdeckungen zahlreicher erdähnlicher Planeten, von denen einige ihre Sterne auch innerhalb der so genannten habitablen Zone umkreisen - jener Zone also, in der aufgrund des entsprechendes Abstands zu ihrem Zentralgestirn gemäßigte Temperaturen das Vorhandensein von Wasser in flüssiger Form und somit die Grundlage für Leben, wie wir es auf der Erde kennen, ermöglichen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / iac.es / nature.com
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