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Dienstag, 21. Juli 2009

Himmelslaternen: Nun auch Verbot für "falsche UFOs" in Hessen, NRW und Vietnam

Archiv: Start von Himmelslaternen in Wales | Quelle: bbc.co.uk

Wiesbaden/ Deutschland - Zum Schutz vor Haus- und Waldbränden und nach dem tragischen Verbrennungstod eines Kindes, werden nun auch die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen den Start sogenannter Himmelslaternen, die fälschlicherweise immer wieder auch für vermeintliche UFOs gehalten werden, verbieten. Selbst in den Ursprungsländern der Tradition werden die Mini-Heißluftballone verboten.

Wie der hessische Innenminister Volker Bouffier in einer Presseerklärung mitteilte, habe man sich aufgrund der zunehmenden Zahl an Bränden, die durch diese Feuerlaternen entstanden sind, dazu entschlossen, ein landesweites Verbot auszusprechen.

Angesichts der zunehmenden Bekanntheit der Himmelslaternen und dem vermehrten Einsatz etwa bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten sei es in jüngster Zeit vermehrt zu Bränden gekommen, zuletzt an zwei Wohnhäusern in Dieburg. Dabei waren zwei Dachstühle zerstört worden. Es entstand ein Sachschaden von 250.000 Euro. "Wir wollen den Menschen nicht die Freude am Feiern verbieten, aber wir mussten aufgrund der Ereignisse abwägen und dem Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Bränden Vorrang geben", so Bouffier.

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Schon bald werde das Land den Start von Himmelslaternen per Gefahrenabwehrverordnung untersagen. Für die Verfolgung und Ahndung sind dann die örtlichen Ordnungsbehörden zuständig. "Wer gegen diese Regelung verstößt, muss mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 5000 Euro rechnen“, sagte Bouffier. Die Verordnung trete in Kürze in Kraft.

Die neue Vorschrift bezieht sich auf sogenannte Himmelslaternen, die in der Regel aus Reispapier gefertigt sind, wobei der Auftrieb des Leuchtkörpers durch eine offene Flamme bewirkt wird. "Aufgrund dieser Bauweise geht von den Laternen eine nicht unerhebliche Brandgefahr aus", begründete Bouffier die Regelung. Zudem bestehe nach dem Aufstieg solcher Flugkörper keine Möglichkeit mehr, die Flugrichtung zu kontrollieren bzw. sicherzustellen, dass sie nicht in unmittelbarer Nähe von Häusern, Wäldern oder sonstigen Plätzen und Flächen niedergehen. Das könne insbesondere in der anstehenden trockenen Jahreszeit zu gefährlichen Bränden führen, so Bouffier.

Damit folgen nun auch Hessen und NRW ähnlichen Verboten in Baden-Württemberg wo die Starts der "falschen UFOs" bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) genehmigt werden müssen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen Anhalt und den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln. Auch im sonstigen Bundesgebiet muss normalerweise durch einen formlosen Antrag an die Deutsche Flugsicherung eine Freigabe für den Aufstieg der Laterne(n) eingeholt werden, was jedoch in der Regel meist nicht geschieht und schon in vielen Fällen schwerwiegenden Folgen mit sich zog.

Trauriger Höhepunkt der von den Himmelslampions verursachten Brände war der Verbrennungstod eines zehnjährigen Jungen zu Pfingsten bei einem Wohnungsbrand in Siegen. Hier hatte eine von einer Festgesellschaft gestartete Himmelslaterne in der Luft Feuer gefangen und war kurz darauf auf einen Wintergarten gestürzt. Das Kind schlief in einem darüber gelegenen Zimmer konnte nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Selbst in den asiatischen Herkunftsländern der brandgefährlichen jedoch zweifelsohne schön anzusehenden Tradition, wird der Start der Fluglaternen mehr und mehr verboten. Zu den ersten asiatischen Ländern, die ein derartiges Gesetz nun auf den Weg gebracht haben, zählt Vietnam, wo ab dem 15. September eine Verordnung von Premierminister Nguyen Tan Dung in Kraft tritt. Hier wird jedoch nicht nur der Start der Himmelslaternen, sondern auch der Verkauf, Lagerung und Besitz unter Strafe gestellt - eine Regelung, wie sie sich auch deutsche Sicherheitsexperten bundesweit wünschen.

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Himmelslaternen: Kein Verbot für "falsche UFOs" in Hessen

7. Mai 2009

HINWEIS DER REDAKTION: Da auch wir gegen das illegale und unkontrollierte Starten von Himmelslaternen sind, haben wir uns bemüht, Werbeanzeigen, die den Verkauf der Himmelslaternen anpreisen, durch das Filtersystem zu unterbinden. Leider ist das diesbezügliche Angebot jedoch offenbar zu groß, um entsprechende Anzeigen zu vermeiden. Wir bitten Sie diesbezüglich um Verständnis.
Bitte lassen Sie Himmelslaternen - wenn überhaupt - nur mit offizieller Genehmigung starten, da erhöhte Feuergefahr besteht!

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / hessen.de / nrw.de / lookatvietnam.com

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