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Freitag, 25. September 2009

Neue Kontroverse um UFO-Vorfall von Socorro - Universitätspräsident spricht von einem Studenten-Schwindel

Lonnie Zamoras Skizze des beobachteten Objekts mit Symbol

Socorro/ USA - Rund 45 Jahre nachdem der Polizeibeamte Lonnie Zamora außerhalb von Socorro im US-Bundesstaat ein gelandetes UFO mitsamt Besatzung beobachtet und auch wieder davonfliegen gesehen haben will - ein Fall der selbst von den Untersuchern von FBI und Air Force als ungeklärt zu den Akten gelegt wurde (...wir berichteten) - erhebt ein zeitgenössischer Brief nun den Anspruch, die damaligen Ereignisse als Schwindel von Universitätsstudenten zu entlarven. Eine Erklärung dafür, wie die Fälscher vorgegangen sind und warum selbst die offiziellen Untersucher keine Hinweise auf ein solches Vorgehen gefunden haben, bleibt das Schreiben allerdings schuldig.

Die Hintergründe zur UFO-Sichtung von Lonnie Zamora finden Sie HIER

Wie der UFO-Forscher Anthony Bragalia von der "RRRGroup" auf "ufocon.blogspot.com" ausführlich berichtet, stammt die schriftliche Aussage von dem damaligen Universitätspräsidenten der "New Mexico Tech" Dr. Stirling Colgate und wurde 1968 als Antwort auf eine Anfrage von Dr. Linus Pauling, dessen schriftliche Hinterlassenschaften in den "Special Collections" der Oregon State University archiviert sind, verfasst. In seinem Brief befragte Pauling den seinen befreundeten Kollegen über die Vorkommnisse rund um Zamoras Sichtung. Am Ende des Briefes findet sich ein handschriftlich verfasster Zusatz: "Ich habe gute Hinweise auf jenen Studenten, der den Schwindelt ausgetüftelt hat. Der Student hat [die Universität bereits] verlassen. Grüße, Stirling."

Eine Abbildung dieses Briefes finden Sie HIER

Der mehrfache Nobelpreisträger Dr. Pauling zeigte sich zeitlebens vom UFO-Phänomen fasziniert und führte selbst im Stillen UFO-Forschungen durch (Mehr dazu finden Sie in einem ebenfalls von Bragalia verfassten Artikel HIER)

Um der Sache weiterhin auf den Grund zu gehen, kontaktierte Bragalia den heute noch lebenden und weltbekannten Astrophysiker Dr. Stirling Colgate, der einst auch am Los Alamos National Laboratory tätig war.

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Auf die Frage, ob Colgate immer noch zu "wissen" glaube, dass es sich um einen Schwindel gehandelt hatte, habe dieser in seiner Antwortmail nur kurz und schlicht mit "ja" geantwortet. Auch auf Bragalias Bitte, so viele Jahrzehnte nach dem Vorfall doch etwas mehr Details preiszugeben, habe der Wissenschaftler lediglich erklärt, dass er hierzu zuerst Rückfrage [mit den Beteiligten] halten müsse, er jedoch schon jetzt wisse, dass der verantwortliche Student bzw. die beteiligten Studenten selbst heute noch ihre Tarnung nicht aufgeben möchten. Dr. Colgate selbst bezeichnete den Schwindel als "Kinderspiel", erklärte jedoch, weitere Details erfragen zu wollen und bestätigte, dass er "natürlich bislang nie darüber gesprochen" habe.

Seit dem laut Bragalia schon längere Zeit zurückliegenden E-Mail-Kontakt mit Dr. Colgate, habe dieser sich nicht wieder gemeldet. Als Grund des Schweigens vermutet Bragalia, dass Colgate erst später - möglicherweise selbst über die Veröffentlichung seines Briefs an Pauling überrascht - bemerkte, in welchem Gewissenskonflikt er als Wissenschaftler sich mit diesem seit fast 45 Jahren zurückgehaltenen "Wissen" über den Socorro-Vorfall befindet und es aus diesem Grund vorzieht, zu schweigen.

Eine weitere Bestätigung für die Schwindel-Theorie fand Bragalia dann in der Person des Psychologen Dr. Frank T. Etscorn, welcher ihn auf die Arbeit einer seiner Studentinnen in den 1980er Jahren aufmerksam machte. Diese hatte damals die Ereignisse rund um die Socorro-UFO-Sichtung anhand von Jahrbüchern rekonstruiert und will ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen sein, dass alles das Resultat eines studentischen Schwindels war. Ein Hinweis auf die Natur des von Zamora beobachteten Objekts will die Studentin in einem am Tag der UFO-Sichtung vom Universitätsgelände gestohlenen Projektor gefunden haben.

Lonnie Zamora | Copyright: PD

Sämtliche von Bragalia in seinem Artikel durchdachten Möglichkeiten, wie Zamoras Sichtung von Studenten hätte inszeniert werden können (Heliumballon, ausgegrabenen Landespuren, das Anlocken des Streifenpolizisten durch einen absichtlichen Temposünder, etc.) sind jedoch rein spekulativ, wie dies der Autor auch selbst eingesteht und stehen in keiner Verbindung zu Informationen der vorab zitierten Wissenschaftler.

Allerdings verweist Bragalia auf Aussagen weiterer Professoren der Universität, die auf eine lange Tradition derartiger Technik-Schwindel an der "New Mexico Tech" verweisen. Auch der Socorro-Vorfall wird offenbar unter den einstigen Studenten und Lehrern immer noch als unbestätigter Teil dieser Tradition gehandelt. Über "vertrauliches Hörensagen", Gerüchte und anonymisierte Spekulationen kommen Bragalias weitere Informationsquellen jedoch leider nicht hinaus.

Zu diesen "Informationen" zählen auch Hinweise auf den möglichen Anreiz gerade den Polizisten Lonnie Zamora hinters Licht zu führen, da dieser in der Stadt dafür bekannt war, es immer wieder drangsalierend auf Studenten der Universität abgesehen zu haben. Tatsächlich hatte Zamora lange Jahre an der Universität als Mechaniker gearbeitet und habe sich während dieser Zeit seine "eigene Meinung über die College-Kids" gemacht, "deren [universitär-gebildete] Welt sich deutlich von der einfachen Welt Zamoras unterschied".

Was letztendlich an Tatsachen bleibt, ist der Brief eines Universitätsprofessors, in dem dieser seine Ansicht erklärt, dass es sich bei einem der zweifelsohne berühmtesten klassischen UFO-Vorfälle um einen Schwindel gehandelt habe - weitere Informationen und Details jedoch bis heute nicht preisgeben will.

Beobachter dieses Szenarios dürften sich erwartungsgemäß in zwei Lager spalten: Für die einen reicht das historische Dokument und die zahlreichen Vermutungen und Spekulationen zeitgenössischer Studenten und Professoren aus, um die Sichtung von Lonnie Zamora endgültig als "aufgeklärt" beiseite zu legen. Die zweite Gruppe wird an der Sachlichkeit der Informationen des Universitätspräsidenten zweifeln, sie als Vermutung und Versuch abtun, das Interesse eines hoch angesehenen Kollegen am Thema UFOs einzudämmen, ohne dafür jedoch tatsächlich faktische Beweise zu haben. Für beide Gruppen gilt: Schon zu oft gab es gefälschte UFO-Vorfälle und -Sichtungen und schon zu oft gab es nachgewiesenermaßen gefälschte Fälschungsbeweise und falsche Erklärungen für UFO-Vorfälle, als dass die handschriftliche Notiz von Dr. Colgate als eindeutiger Beweis anerkannt werden könnte. Zumal die Notiz nicht erklärt, wie und womit das von Zamora beschriebene Geschehen inszeniert worden sein soll und warum selbst die offiziellen Untersucher von FBI und Air Force keinerlei Hinweise auf einen Schwindel fanden.

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Quellen: ufocon.blogspot.com / grenzwissenschaft-aktuell.de 

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