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Freitag, 18. September 2009

Südengland: Prähistorisches geometrisches Navigationssystem entdeckt

Ausschnitte aus dem von Tom Brooks entdeckten geometrische Netzwerk | Copyright: Tom Brooks, prehistoric-geometry.co.uk

Honiton/ England - Der Hobbyhistoriker Tom Brooks aus der südenglischen Grafschaft Devon ist sich sicher: Navigationssysteme sind keine Erfindung der Neuzeit. Wenn auch nicht mit Hilfe von Satelliten und GPs, dann doch anhand in der Landschaft verteilter Monumente sei es den Menschen einst möglich gewesen, sich auch ohne Karten in der Landschaft Südenglands über weite Entfernungen hin zu orientieren. Das Netzwerk aus gleichschenkligen Dreiecken, das Brooks gefunden haben will, ist unter Archäologen jedoch erwartungsgemäß umstritten.

Tausende Hügelgräber, Steinsetzungen, Wallanglagen, Befestigungen und sonstige prähistorischer Bauwerke im südlichen England stehen laut Brooks in direkter geometrischer Beziehung zueinander. Laut gängiger archäologischer Lehrmeinung gibt es allerdings nur selten geometrische Verbindungen zwischen den 4000 bis 6000 Jahre alten Monumenten und heiligen Orten, die hauptsächlich rituellen Zwecken vor Ort gedient haben sollen.

Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich der Hobbyhistoriker Brooks dennoch mit der Erforschung derartiger Verbindungen, wie sie sich über weite Teile des südlichen Englands ziehen sollen.

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Anhand der tatsächlichen Positionen der Monumente und deren geographischen und geometrischen Beziehung zu anderen Bauwerken zeigt Tom Brooks in seiner als Buch und DVD/CD erschienenen Arbeit, dass mehr als 1500 dieser Orte in einer geometrischen Beziehung zueinander stehen, die durch gleichschenklige Dreiecke definiert werden. Ausgangspunkt dieses Systems ist die markante rund 4500-5000 Jahre alte Stufenkegelpyramide Silbury Hill in der Grafschaft Wiltshire.

Ausgangspunkt des steinzeitlichen Navigationssystems: Der Silbury Hill in Wiltshire | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Dabei verbindet Brooks Netzwerk nicht nur einige wenige Bauwerke in direkter Umgebung zueinander, sondern zieht sich über den ganz Süden Englands, und verbinden nahezu jedes Monument von den Scilly-Inseln vor Cornwall nach Norfolk und von Anglesey und Nordwales bis nach Sussex und Kent.

Schlussendlich legt Brooks sogar dar, dass auch zahlreiche zeitlich spätere sakrale Bauwerke wie Kathedralen, Abteien und Kirchen anhand dieses Netzwerkes ihren Standort gefunden haben. Für Brooks ein weitere Beweis dafür, dass diese Bauten an Orten errichtet wurden, die in früheren Zeiten von alten heiligen Bauwerken markiert waren.

Besonders vor dem historischen Hintergrund, dass das gleichschenklige Dreieck erst fast zwei Jahrtausende später geometrisch erstmals definiert wurde, erscheint Brooks Entdeckung ebenso faszinierend wie revolutionär. Ebenso interessant an Brooks Netzwerksystem aus gleichschenkligen Dreiecken ist die Tatsache, dass dieses eigentlich nur aus großer Höhe erkannt werden kann, sozusagen auf einer Ebene die Orte miteinander verbindet, ohne geografische Höhen und Entfernungen und Sichtweiten zueinander zu berücksichtigen.

Da in nahezu allen Fällen mindestens zwei der durch die Dreiecke miteinander verbundenen Bauwerke jedoch in direkter Sichtweite zueinander liegen, war dieses Netzwerk laut Brooks auch als Navigationssystem nutzbar: Sollte er damit richtig liegen, würde dieser Umstand hinzu auch die historische Zuordnung derartiger Navigations- und somit Kommunikationsnetzwerke und Wegesysteme in Frage stellen, wie sie bislang erst den sehr viel später in England eingetroffenen Römern zugesprochen wird.

Mit dem Wissen über das in der Landschaft verborgenen Netzwerk ist es laut Brooks beispielsweise möglich vom Silbury Hill in Wiltshire aus beginnend nach Lanyon Quoit in Cornwall zu gelangen, ohne eine Karte zu benötigen. Seine Entdeckung zeichne ein gänzlich neues Bild der steinzeitlichen Kulturen Europas oder lege "eine Anleitung von außen" nahe.

Tom Brook | Copyright: mysteriousplanet.net

Gegenüber der "Daily Mail" zeigt sich der Herausgeber der britischen Fachzeitschrift "British Archaeology" gegenüber den Darlegungen von Brooks eher kritisch: "Die Landschaft des südlichen Britanniens war sehr dicht besiedelt und es gibt eine Unzahl von derartigen Monumenten und archäologischen Funden. Es ist sehr einfach hier Muster in der Landschaft zu finden, doch das bedeutet nicht, dass diese auch real sind."


Dieser Einschätzung widerspricht Brooks: "Die Seiten von einigen der verwendeten Dreiecke sind teilweise mehr als 100 Meilen (160 Kilometer) lang und dennoch bis auf 100 Meter exakt. So etwas entsteht nicht durch Zufall"

Brooks Buch (im Eigenverlag) können Sie HIER bestellen. Seine DVD/CD finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / prehistoric-geometry.co.uk / mysteriousplanet.net / dailymail.co.uk
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