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Dienstag, 29. September 2009

Weltraumteleskop Spitzer beobachtet Planetenentstehung

Künstlerische Interpretation der Spitzer-Beobachtung | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Baltimore/ USA - Astronomen der NASA haben im Umfeld eines noch jungen Sterns ein merkwürdiges verhalten der Materie beobachtet: Wie es scheint, schiebt ein dichter Begleiter, ein anderer Stern oder Planet, das Material der sogenannten protoplanetaren Staubscheibe um den Stern zu einem neuen Planeten zusammen.

Planeten bilden sich aus um Sterne kreisenden Scheiben aus Gas und Staub. Das Weltraumteleskop Spitzer hat nun infrarotes Licht aus einer solchen frühplanetaren Scheibe um den Stern "LRLL 31" in dem rund 1.000 Lichtjahr von der Erde entfernten Sternentstehungsgebiet "IC 348" fünf Monate lang beobachtet und analysiert. Zur Verwunderung der Astronomen, zeigte dieses Licht Veränderungen in gänzlich unerwarteter Form und teilweise binnen weniger als einer Woche auf. Da Planeten jedoch Millionen von Jahren benötigen, um sich durch Zusammenballung des Materials aus der Gas-Staubscheibe zu formen, sind die derzeitigen Beobachtungen laut NASA sehr selten und ungewöhnlich.

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Eine mögliche Erklärung sehen die Wissenschaftler in einem nahen Nachbarstern oder einem Planeten, welcher das Planetenmaterial zusammendrängt und so dessen Dicke variieren lässt, während sie den Stern umkreist. Dieser müsste sich anhand der Daten in einem Abstand zu LRLL 31 befinden, der lediglich einem Zehntel des Abstandes zwischen Erde und Sonne in unserem Planetensystem entspricht.

"Wir wissen nicht, ob sich (hier) schon Planeten gebildet haben oder dies noch tun, aber wir gewinnen ein besseres Verständnis über die Eigenschaften und Kräfteverhältnisse des feinen Staubes, der einen Planeten formen könnte. Wir haben hier die einmalige Gelegenheit in Echtzeit einen flüchtigen Blick auf den Prozess der Planetenentstehung werfen zu können", erklärt James Muzerolle vom "Space Telescope Science Institute" in Baltimore, dessen Studie auch im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters" publiziert wurde.

Laut einer von vielen Theorien über die Entstehung von Planeten, formen diese sich aus den die Sterne umgebenden protoplanetaren Gas- und Staubscheiben. Über einen langwierigen Prozess sollen diese mehr und mehr and Masse gewinnen, die schlussendlich die Konsistenz von festem Schnee erreicht und sich mehr und mehr zu frühen Planetenklumpen zusammendrängt. Je größer diese Ansammlungen werden, desto größer werden die Lücken, die sie in die protoplanetare Scheibe fressen bis diese einem gewaltigen Ring bzw. Torus mit einem Loch in der Mitte gleichen. Nach und nach verschwindet dann die Scheibe, während sich zugleich eine neue Scheibe etwa aus Trümmern von Kollisionen zwischen bereist entstandenen jungen Planeten, Asteroiden und Kometen bildet. Laut dieser Theorie können so schlussendlich dann auch ausgewogene Planetensysteme wie das unsere entstehen.

Mit zukünftigen intensiven Beobachtungen wollen die Forscher nun herausfinden, ob tatsächlich ein dichter Begleiter des Sterns für die Materieballung verantwortlich ist, wie sie die Wissenschaftler aus den aktuellen Daten herauslesen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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