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Mittwoch, 9. Dezember 2009

Rudimentäre Sprache bei Affen entdeckt

Archiv: Meerkatze (Illu.) | Copyright: C.Darwin/Public Domain

Rennes/ Frankreich - Wissenschaftler der Université de Rennes haben herausgefunden, dass Campbell-Meerkatze (Cercopithecus campbelli) offenbar die selben Rufe auf unterschiedliche Art und Weise miteinander kombinieren und dabei grammatikalische Regeln anwenden, durch welche die Ruflaute zu einer Art rudimentären Sprache werden.

Ob die rudimentäre Syntax der Meerkatzen jedoch mit menschlicher Sprache verwandt ist oder aber eine gänzlich eigene Sprachart darstellt, ist bislang noch unbekannt, berichten die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

"Dies ist der erste Beweis dafür, dass Tiere zur Kommunikation unterschiedliche Rufe in semantischer Art und Weise derart kombinieren, um daraus eine neue Botschaft zu formen", zeigt sich der Primatologe Alban Lemasson von der Entdeckung fasziniert. Zwar sei noch nicht klar, ob es einen Gebrauch im Sinne von Subjekt, Objekt oder Verben gäbe, aber es seien bedeutungsvolle Einheiten zu erkennen, wie sie mit anderen Sequenzen unter Einhaltung von Regeln, kombiniert würden, zitiert "Wired.com" den Forscher.

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Bereits zuvor hatten die Forscher aufgezeigt, dass die Affen spezielle unterschiedliche Rufe für bestimmte Objekte verwendeten, so stehe ein "Hok" für Adler, "Krak" für einen Leoparden, ein "Krak-oo" für allgemeine Unruhe, "Hok-oo" und "Wak-oo" für Unruhe in Waldregionen. Ein weiterer Ruf in Form eines "Boom" wurde hingegen immer dann verwendet, wenn die Gruppe zusammengerufen wurde.

Ähnliche Beobachtungen von gezielt verwendeten Rufen für bestimmte Objekte und Situationen konnten jedoch bereits zuvor auch bei anderen Tierarten nachgewiesen werden.

Die nun nachgewiesene Syntax geht jedoch weit über diese einfache Verwendung von Signalrufen hinaus, wenn männliche Affen etwa mit "Boom Boom" zur Versammlung der Gruppe riefen, jedoch die Kombination "Boom Boom krak-oo krak-oo" bedeute, dass ein Baumast kurz vor dem abbrechen stehe. Ein "Hak-oo" der Botschaft hinzugefügt, verwandelt den Ruf umgehend in einen Warnhinweis auf in das eigenen Territorium eingedrungenen Affen einer anderen Gruppe. Mehrere "Krak-oo" einem "Krak" nachgestellt bedeutet, dass ein Leopard in der Gegend ist, dieser jedoch noch keine direkte Bedrohung darstelle.

Die Forschungsergebnisse werfen nun die Frage auf, ob sich auch die menschliche Sprache aus einer ähnlichen Kombination von Ruflauten unserer frühen Vorfahren hin zur heutigen komplexen Aussprache entwickelt hatte. Für eine eindeutige Bestimmung dieser Frage, sei es derzeit jedoch noch viel zu früh, so die Forscher.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wired.com / pnas.org


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