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Dienstag, 26. Januar 2010

Insektenkolonien agieren wie Superorganismus

Ameisen | Copyright: Public Domain

Gainesville/ USA - Was lange Zeit vermutet wurde, konnte nun von einem Team von US-Wissenschaftlern auch mathematisch bestätigt werden: Insektenkolonien folgen als Ganzes denselben "biologischen Regeln", wie Individuen. Aus ihrer Beobachtung leiten die Forscher die Schlussfolgerung ab, dass Insektenstaaten physiologisch und lebensrhythmisch wie ein einziger Superorganismus verhalten.

Seit mehr als einem Jahrhundert rätseln Biologen über das hochgradig gemeinschaftliche Verhalten von Ameisen, Bienen und anderer staatenbildender Insekten, mit dem das Überleben und Wachstum der Kolonie gesichert wird.

Die beobachteten sozialen Interaktionen gleichen laut den Forschern jener Art und Weise, wie Zellen in einem einzigen Körper miteinander interagieren und können somit durchaus als "Superorganismus" bezeichnet werden, ein Organismus also, der aus vielen kleineren Organismen besteht.

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Mathematische Modellberechnungen für Lebensdauer, Lebensrhythmus, Wachstum und Reproduktion einzelner Individuen, haben die Forscher nun auf 168 staatenbildende Insektenarten angewendet und gezeigt, dass sich die Ergebnisse fast nicht von jenen individueller Organismen lassen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht.

"Zwei der wichtigsten Erfindungen des Lebens waren die Art und Weise, wie sich einzelne unabhängige Zellen zu einem einzelnen Organismus zusammentaten und wie sich Individuen wiederum zu Gemein- und Gesellschaften zusammenfanden", erläutert Dr. James Gilroy von der "University of Florida" (UF). Anhand der neuen Ergebnisse erhoffen sich die Forscher nun neue Einsichten in jene Prozesse, die zur Bildung sozialer Systeme durch natürliche Auslese geführt haben, wenn etwa sterile Arbeiter nur aus dem einen Grund existieren, um der Königin beim Gebären behilflich zu sein.

Die Erkenntnisse werden wahrscheinlich auch Auswirkungen auf das Verständnis menschlicher Gesellschaften haben. "Einer der Gründe für unser Interesse an sozialen Insekten und die Auswirkungen ihrer Lebensweise in Gruppen ist, dass diese uns auch etwas über unsere eigenen Spezies sagen können", kommentiert der Koautor der Studie Dr. Michael Kaspari von der "University of Oklahoma" und dem "Smithsonian Tropical Research Institute".

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