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Donnerstag, 14. Januar 2010

Paradoxon um Saturnmond Enceladus gelöst?

Illustration der Theorie der Aktivität des Saturnmondes Enceladus | Copyright: NASA/JPL

Santa Cruz/ USA - Lange Zeit stellte der eisige Saturnmond Enceladus Astronomen vor ein Rätsel - geben die Eisvulkane am Südpol des Mondes doch mehr Energie ab, als Enceladus eigentlich erzeugen dürfte. Das aber würde einen elementaren Verstoß gegen die Gesetzte der Thermodynamik bedeuten. US-amerikanische und australische Wissenschaftler glauben nun, dieses Paradoxon erklären zu können. Dies hätte auch Auswirkungen auf Spekulationen über mögliches Leben im vermuteten Wasserozean unterhalb des Eispanzers des Mondes.

Im Fachmagazin "Nature Geoscience“ berichten die Forscher um Craig O’Neill von der "Macquarie Universität" und Francis Nimmo von der "University of California" über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen der Geysiraktivität auf Enceladus. Die derzeit von der Cassini-Sonde dokumentierte und untersuchte Kryovulkan-Aktivität sei, so die Forscher, nicht die Regel sondern fände nur alle 100 Millionen Jahre statt.

Zu dieser Datierung gelangen die Forscher aufgrund des ebenfalls erstaunlich jungen Alters der Oberfläche der Südpolregion des Mondes. Diese ist mit den entsprechenden rund 100 Millionen Jahren im Vergleich etwa zu den nördlichen Polar- und Äquator-Regionen, die zwischen 170 Millionen und 4,2 Milliarden Jahren alt sind, auffallend geologisch jung. Möglicherweise ist die Oberfläche der Südpolregion sogar bis zu 500.000 Jahre jung.

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Laut den Analysen der Forscher wirken die Anziehungskräfte des Saturn je nach Konstellation der beiden Himmelskörper in unterschiedlicher Art und Weise auf den Kern des Mondes, was sich wiederum auf die wirkenden Gezeitenkräfte auswirkt. Ähnlich wie sich die Gezeitenkräfte auf der Erde auf Ebbe und Flut auswirken, so beeinflussen sie auf Enceladus das Kernmaterial, welches nun zusammengedrückt und wieder ausgedehnt wird.

Durch die hierbei entstehende Energie, werde das Eis im Inneren des Mondes zu periodischen Blasen aus erwärmtem und somit leichterem Eis aufgeschmolzen. Wie das Wachs in einer Lavalampe, steigen diese Blasen dann an die Oberfläche. Das Aufsteigen der warmen Blasen führt zugleich dazu, dass kälteres und schweres Eis in Innere des Mondes absinkt.

Zu einem Ausbruch dieses Wärmepotentials durch den Eispanzer komme es laut den Simulationen allerdings wohl nur alle 100 Millionen Jahre, wenn ein kritischer Punkt erreicht wird und sich der Druck in den aktiven Zonen Raum verschafft. Der postulierte Wärmeaustausch dauere jedoch nur rund zehn Millionen Jahre an. Kühlt sich der Mond danach wieder ab, erstarre das Wasser wieder zu Eis und ein neuer Kreislauf kann erneut beginnen.

Derzeit, so O'Neill gegenüber "perthnow.com.au", könnte Enceladus also verflüssigtes Wasser unter seiner Eiskruste und somit die Voraussetzungen für Leben aufweisen. Dieser Zustand könnte im besten Fall noch 10 Millionen Jahren anhalten und auch Leben in mikrobiologischer Form entstehen lassen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / perthnow.com.au
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