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Mittwoch, 13. Januar 2010

Pharaonen-Make-up war möglicherweise Medizin für Augenkrankheit

Die Büste der Nofrete | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Paris/ Frankreich - Das Augen-Make-up der ägyptischen Pharaonen, Königinnen, Priester und Beamten aber auch einfacherer Bevölkerungsschichten gilt bis heute als legendär. Französische Forscher haben nun herausgefunden, dass die markante Schminke zugleich aber auch als vorbeugendes Heilmittel gegen eine verbreitete Augeninfektion verwendet wurde.

In der kommenden Ausgabe des Fachmagazins der "American Chemical Society" (ACS) "Analytical Chemistry", haben die Forscher um Christian Amatore, Philippe Walter die Ergebnisse ihrer Analysen des schwarzen Augen-Makeups veröffentlicht.

Einige Forscher glauben, dass die kajalartig aufgetragene schwarze Betonung der Augen eine magische Rolle gespielt hatte, da die Augen als Sinnbild der Götter Horus und Ra den so verzierten Träger der Kosmetik vor Krankheiten schützen sollte.

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Bereits in früheren Untersuchungen von 52 erhaltenen Proben aus altägyptischen Behältnissen, wie sie im Pariser Louvre aufbewahrt werden, identifizierten Wissenschaftler vier bleihaltige Substanzen. Entgegen der lange Zeit vertretenen Lehrmeinung, könne Blei, das normalerweise hochgiftig ist, in geringen Dosierungen, durch die Produktion von Stickoxiden das Immunsystem stärken und gerade Augeninfektionskrankheiten, wie von tropischen Insekten gerade in tropischen Überschwemmungsgebieten und somit auch im Land am Nil wahrscheinlich häufig vorkamen, bekämpfen. Aus diesem Grund vermuten die Wissenschaftler, dass die Ägypter das auffällige Make-up auch absichtlich aufgetragen hatten, da gerade auch die Augenheilkunde im alten Ägypten ein hohes Niveau erreicht hatte.

Hinzu stellten die Forscher fest, dass zwei der identifizierten und einst verwendeten Bleisalze in Ägypten nicht in der natur vorkommen und mussten in einem wochenlangen aufwändigen Prozess synthetisiert werden.

Der Schutz der Götter mag für viele Träger der dunklen Schminke eine Glaubenfrage gewesen sein, die jedoch ihre medizinische Grundlage in den Verwendeten Materialen fand, vermuten die Forscher. Einen eindeutigen Nachweis dafür, dass die alten Ägypter über die medizinische Wirkung ihrer Zutaten wussten, konnten die Forscher jedoch ausdrücklich nicht erbringen: "Wir können also nur vermuten, dass einst ein ägyptischer 'Chemiker' anhand empirischer Beobachtungen festgestellt hatte, dass die Träger seines Make-ups in besserer gesundheitlicher Verfassung waren als andere." Eine derart postulierte zufällige Entdeckung der Wirkung etwa des verwendete Bleisalzes Laurionit vergleichen die Forscher mit der Entdeckung der Wirkung Penicillin, Aspirin oder Chinin.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / acs.org
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