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Donnerstag, 11. Februar 2010

Chemie-Professor fordert Panspermie-Missionen

Regionen wie der Rho Ophiuchus Nebel könnten Ziel zukünftiger Panspermie-Missionen sein | Copyright: NASA

Richmond/ USA - Panspermie beschreibt jene Theorie, nach der das irdische Leben sozusagen huckepack mit Kometen und Asteroiden in Form von Mikroben auf die junge Erde gelangt und somit also selbst außerirdischen Ursprungs ist. Nun fordert ein US-amerikanischer Professor den umgekehrten Vorgang und erklärt, die Menschheit hätte sogar die moralische Verpflichtung, die Saat des Lebens ins All zu tragen.

Laut Michael Mautner, Professor der Chemie an der "Virginia Commonwealth University", stehe die Menschheit nach nahezu vier Milliarden Jahren der Evolution des Lebens auf der Erde geradezu in der Pflicht, Leben im All zu verbreiten.

Hierzu fordert der Wissenschaftler gezielte Panspermie-Missionen, wie sie schon mit heutigen Technologien möglich wären. Hierbei sollen irdische Mikroben in jene Regionen des Alls geschickt werden, in welchen Forscher bereits heute die Bausteine des irdischen Lebens (u.a. Wasser, organische Moleküle, Kohlenstoffe und Energie) als Vorhanden nachgewiesen haben. Hier auf einem wirtlichen Planeten angelangt, könnten sich die Mikroben dann schlussendlich auch zu komplexen Formen des Lebens entwickeln und damit das irdische Leben auch über jene Zeit hinaus bewahren, wenn die Erde eines Tages zu einem lebensfeindlichen Ort werden wird - sei dies durch ihre Zerstörung durch den Menschen selbst, Naturkatastrophen oder aber spätesten dann, wenn auch unsere Sonne am Ende ihrer Lebensspanne angelangt ist.

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Mautner selbst hat seine Überlegungen in einer Studie zusammengefasst, die in der kommenden Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Cosmology" veröffentlicht werden wird.

Wie schon auf der Erde selbst, könnten beispielsweise Cyanobakterien auch auf fremden erdähnliche Planeten und Protoplaneten durch die Umwandlung giftiger Gase wie Ammoniak oder Kohlendioxid in Sauerstoff den Kreislauf des Lebens in Schwing bringen. Um die Chance dieser frühen Formen des Lebens in den fremden Welten zu erhöhen, sollten die Panspermie-Sonden gleich eine Vielzahl von Mikroben mit sich führen, um so auf unterschiedlichste Umweltbedingungen vorbereitet zu sein.

Als geeignete Ziele dieser Lebens-Bomben sieht Mautner, interstellare Wolken protoplanetare Scheiben um junge Sterne aber auch bekannte Exoplaneten. Die derzeitige Kepler-Mission der NASA sieht der Chemiker als ideales Instrument, um entsprechende Welten ausfindig zu machen.

Die Lebens-Saat will Mautner mit Sonden ins All senden, die mit kostengünstigen Sonnensegeln die enormen Strecken bewältigen sollen. Die Organismen selbst könnten auf kleinste Kapseln mit rund 100.000 Mikroben reduziert werden, wie sie nur wenige Gramm wiegen würden. Entfernte Welten könnten somit schon mit kostengünstigen Missionen von rund einer Million Dollar mit der notwendigen Biomasse befruchtet werden.

Kritiker stehen Mautners Vision zurückhaltend bis ablehnend gegenüber und befürchten, dass irdische Mikroben eventuell bereits vorhandenes Leben auf fernen Welten gefährden oder gar vernichten könnten. Mautner will dieses Risiko zumindest minimieren, indem nur primitive Ziele ausgewählt werden sollen, in welchen - nach derzeitig irdischem Wissensstand - die Chancen für bereits vorhandenes Leben minimal sind.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / physorg.com / journalofcosmology.com / panspermia-society.com
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