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Samstag, 13. Februar 2010

Doppelte Polarlicht-Show auf Saturn

Polarlichter über beiden Polen des Saturn | Copyright/Quelle: spacetelescope.org

Garching/ Deutschland - Fast 30 Jahre benötigt der Ringplanet für eine Umrundung der Sonne. Während dieser Zeit ist es aufgrund der Stellung der Planetenachse nur zweimal möglich, beide Pole zur gleichen Zeit zu beobachten. Neue Aufnahmen des Saturns mit dem Hubble-Weltraumteleskop zeigen erstmals die eindrucksvolle Polarlichtaktivität zeitgleich über beiden Polen.


Die neuen Aufnahmen zeigen eine nahezu direkte 90-Grad-Draufsicht auf die der Saturnring, wodurch sein Ringsystem auf einem schmalen Streifen reduziert wird und beide Pole zugleich sichtbar werden. Zugleich erreicht Saturn seine Tag- und Nachtgleiche (Equinox), wodurch der Planet nahezu perfekt gleichmäßig vom Sonnenlicht ausgeleuchtet wird.

Anhand der Aufnahmen, ist es den Forschern des "Hubble European Space Agency Information Centre" der ESA in Garching gelungen, einen beeindrucken Zeitraffer-Film der Polarlichtaktivität über beiden Polen in der Zeit zwischen Januar und März 2009 zu erstellen.


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Die Aufnahmen zeigen, dass die Sonne auch noch auf den entfernt gelegenen Saturn einwirkt, wenn ihre geladenen Teilchen, wie schon auf Erde und Mars, auch auf das Magnetfeld des Ringplaneten treffen und über den Polen das wundersame Lichterspiel entfachen, da hier das Magnetfeld stärker ist, und die über die planetaren Feldlinien gelenkten Partikel konzentriert werden und mit Atomen in den oberen Atmosphärenschichten interagierten.

Auf den ersten Blick wirkt die Lichter-Show über beiden Polen nahezu symmetrisch. Eine Detailanalyse zeigt jedoch subtile aber deutliche unterschiede zwischen den südlichen und nördlichen Polarlichtern, wie sie auf der Erde als Nord- und Südlichter bzw. "Aurora borealis" und "Aurora australis" bezeichnet werden. Aus diesen Unterschieden lesen die Astronomen wichtige Informationen über das Magnetfeld des Saturns heraus. So ist das nördliche Polarlicht-Oval leicht kleiner, dafür aber intensiver als sein südliches Pendant. Dieser Umstand legt die Folgerung nahe, dass das Magnetfeld den Planeten nicht gleichmäßig umhüllt und in einigen Regionen ungleichmäßig stärker konzentriert ist.

Als Ergebnis werden die elektrisch geladenen Partikel in der nördlichen Hemisphäre zu höheren Energiepotentialen beschleunigt, wenn sie in Richtung Atmosphäre geschossen werden. Diese Beobachtung bestätigt frühere Messungen der Saturnsonde "Cassini", die den Ringplaneten seit 2004 erforscht (...wir berichteten).


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