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Freitag, 5. Februar 2010

Hubble liefert bislang deutlichste Bilder von Pluto

Die bislang detailreichsten Ansichten des Zwergplaneten Pluto | Copyright: NASA, ESA, and M. Buie (Southwest Research Institute)

Washington/ USA - Mit dem Weltraumteleskop Hubble sind der NASA die bislang deutlichsten Aufnahmen des Zwergplaneten Pluto gelungen. Auf den jetzt veröffentlichten Bildern von 2002 und 2003 ist eine frostige melassefarbene Welt zu erkennen, die offenbar starken jahreszeitlichen Veränderungen der Oberflächenstruktur und Färbung unterworfen ist.

Die Farbveränderungen an der Planetenoberfläche gehen laut NASA wahrscheinlich auf Schmelzprozesse an den vom Sonnenlicht beschienen Polen und dem darauf folgenden Wiedererstarren beim Eintritt in den 248 Jahre andauernden jahreszeitlichen Rhythmus zurück. Zur anhand der Aufnahmen offenkundigen Farbveränderungen ist es wahrscheinlich vor allem zwischen 2000 und 2002 gekommen.

Erst von den Aufnahmen der NASA-Sonde "New Horizons" im Juli 2015 erwarten die Forscher detailgenauere Ansichten der Oberfläche, wenn die Sonde den Zwergplaneten erstmals passieren soll.

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Aufgrund der enormen Entfernung und der relativ geringen Größe von Pluto selbst, können aus den Aufnahmen keine geologischen Schussfolgerungen über die Beschaffenheit der Planetenoberfläche gezogen werden. Dennoch verraten die Farbvariationen eine vielfältige Oberflächenstruktur.

Die meiste Farbe, so glauben die NASA-Forscher, stammt von ultravioletter Strahlung der entfernten Sonne, die auf Pluto Methanmoleküle, wie sie an der Oberfläche des Zwergplaneten vorkommen, aufbricht und dabei dunkelrote kohlenstoffreiche Rückstände hinterlässt.

Das obere Bild zeigt die Pluto-Oberfläche 1994. Die untere Aufnahme 2002-2003. | Copyright: NASA, ESA, and M. Buie (Southwest Research Institute)

Im Vergleich mit den Hubble-Aufnahmen von 1994 erkennen die Forscher auf den jetzt veröffentlichten Aufnahmen von 2002 und 2003 Hinweise darauf, dass die Nordpolregion von Pluto heller geworden ist, während die südliche Hemisphäre dunkler wurde. Diese Veränderungen deuten auf sehr komplexe Prozesse auf der sichtbaren Planetenoberfläche hin und werden noch Inhalt zahlreicher wissenschaftlicher Analysen sein.

Die neuen Fotos unterstreichen auch, dass es sich bei Pluto nicht nur um eine einfache Kugel aus Gestein und Eis, sondern um eine dynamische Welt handelt, die dramatische atmosphärische Veränderungen durchläuft. Verursacht werden diese Prozesse zum einen durch die geneigte Planetenachse und die elliptische Umlaufbahn des Zwergplaneten, die Pluto alle rund 248 Jahre einmal um die Sonne führt. Kommt er der Sonne näher, nimmt auch seine Umlaufgeschwindigkeit zu, was zu asymmetrischen Jahreszeiten auf den Hemisphären des einstigen neunten Planeten des Sonnensystems führt.

Mit Hilfe der aktuellen Aufnahmen soll auch der Vorbeiflug der "New Horizons"-Sonde 2015 genauer geplant werden. Da dieser Vorbeiflug so schnell vonstatten gehen wird, dass die Sonde nur eine Hemisphäre fotografieren kann, soll nun abgewogen werden, welche Hemisphäre ausgewählt werden wird. Von besonderem Interesse für die Forscher ist ein heller Fleck, von dem die Wissenschaftler annehmen, dass es sich um gefrorenes Kohlenmonoxid handelt. "New Horizons" soll bevorzugt dieses Detail und seine Grenzregionen zur sonstig dunklen Überfläche ins Visier nehmen.



Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov


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