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Dienstag, 9. März 2010

Forscherin sucht im Mono Lake nach unbekannten Lebensformen

Satellitenaufnahme des Mono Lake | Copyright: NASA

Menlo Park/ USA - Im dem salzhaltigen, alkalischen und zugleich arsenhaltigsten Salzsee der Welt, dem Mono Lake östlich des kalifornischen Yosemite National Park, sucht eine Wissenschaftlerin nach Lebensformen, wie sie auf der Erde bislang gänzlich unbekannt sind.

Der abflusslose Salzsee bedeckt eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern und seine Oberfläche zieren zahlreiche Kalktuff-Formationen die entstanden, als einst Süßwasserquellen das alkalische Wasser durchdrangen.

Dr. Felisa Wolfe-Simon vom der "US Geological Survey" (USGS) sucht in dem Salzsee nach mikrobiologischen Lebensformen, wie sie hier über Jahrtausende entstanden sein könnten, der Wissenschaft bislang jedoch unbekannt geblieben sind. Unterstützt wird die Wissenschaftlerin dabei vom "Astrobiology Institute" der NASA. Sollte sie erfolgreich sein, und die zu findenden Lebensformen den irdischen gänzlich unähnlich sind, wäre dies der Beweis dafür, dass auf der Erde sogenannte "Schatten-Biosphären" existieren.

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Hierbei handelt es sich um Lebensräume sogenannten "sonderbaren Lebens" (weird life), das sich sowohl Raum und Zeit mit uns und dem uns bekannten Leben auch auf der Erde teilen könnten, ohne dass wir sie und ihre Spielarten des Lebens wahrnehmen, bzw. wahrnehmen können (...wir berichteten).

Arsen, so berichtet die "Times", ist chemisch betrachtet dem Phosphor sehr ähnlich. Während Phosphor jedoch zu den grundlegenden Bausteinen des irdischen Lebens zählt und ein wichtiger Bestandteil der DNA und dem Energiemolekül ATP ist, ist Arsen ein tödliches Gift. Zwar gibt es im Mono Lake Mikroorganismen, die diesem Gift widerstehen können, doch haben sie es nicht als Baustein ihrer Biologie übernommen.

Laut der Theorie von Dr. Wolfe-Simon könnte das Leben hier jedoch genau einen solchen Weg genommen haben. Sollte das Leben auf der Erde also auch zwei - oder gar mehrere - Pfade genommen haben, könnte dies auch für die Evolution auf anderen Planeten zutreffen und Forscher zukünftig auf – nach bisherig irdischen Maßstäben - bizarrste Lebensformen vorbereiten.

Schon jetzt untersucht die Wissenschaftlerin Wasserproben aus dem Mono Lake und führt eine Reihe von ersten Untersuchungen durch, in dem sie etwa den Arsengehalt erhöht und den des Phosphors reduziert. Zugleich gibt sie Zucker, Vitamine und weitere Nährstoffe hinzu, um die vermeintlichen Schatten-Mikroorganismen zu Wachstum anzuregen.

"Wir können schon jetzt einige sehr interessante Daten vorlegen", weist die Forscherin auf eine bevorstehende Publikation ihrer Experimente hin, die bis Ende 2010 veröffentlicht werden soll. Für Wolfe-Simon belege der Nachweis von arsenischem Leben im Mono Lake bislang jedoch nur, die extreme Anpassungsfähigkeit des irdischen Lebens vor Millionen von Jahren.

Laut derzeitiger Lehrmeinung unterschied sich die chemische Zusammensetzung der irdischen Atmosphäre von der heutigen grundlegend. Wenn damals also Arsen in weitaus höherer Konzentration als heute vorhanden waren, könnte dieses sich im Mono Lake bis heute erhalten haben. Ein derartiger Fund könnte also hauptsächlich unser Verständnis der Entstehung des Lebens auf der Erde erweitern.

Zugleich hofft die Forscherin aber auch, dass ein entsprechender Nachweis auch zukünftige Missionen unterstützen kann, die auf fremden Planeten nach Lebensformen suchen. "Instrumente müssten dann nicht nur für die Suche nach erdähnlichen Lebensformen kalibriert werden, sondern auch darauf vorbereitet werden, Leben zu finden, wie wir es bislang noch nicht gesehen haben."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / timesonline.co.uk


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