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Samstag, 26. Juni 2010

Forscher entdecken harmonische "Sonnenmusik"

Koronale Schlaufen, fotografiert von der NASA-Sonde "Transition Region And Coronal Explorer" (TRACE) | Copyright: NASA/TRACE

Sheffield/ England - Zum ersten Mal ist es Astronomen gelungen, harmonische Töne aufzuzeichnen, wie sie vom Magnetfeld in der äußeren Atmosphäre der Sonne erzeugt werden. Von ihrer Entdeckung erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über Sonneneruptionen und eine Möglichkeit diese besser vorhersagen zu können.

Wie die Forscher um dem Mathematik Professor Robertus von Fay-Siebenbrgen von der "University of Sheffield" berichten, wird die "solare Musik" von gewaltigen magnetischen Schlaufen in der Korona der Sonne verursacht, die ständig in Bewegung sind und wie die Saiten eines Musikinstruments, also transversal, schwingen als auch longitudinal, also wie der Luftstrom bei einem Blasinstrument.

Anhand von Satellitenaufnahmen der Schlaufen , wie sie mehr als 100.000 Kilometer lang sein können, gelang es den Forschern die sichtbaren Schwingungen so zu beschleunigen, um sie in hörbare Töne zu transponieren.


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"Es war sonderbar schön und aufregend, diese Geräusche aus einer derart gewaltigen Quelle um ersten Mal zu hören", beschreibt von Fay-Siebenbrgen die Entdeckung. "Es ist wie eine Art von Musik, da es Harmonien besitzt."

Sound of the Sun (courtesy Richard Morton) by University of Sheffield
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Die festen Tonhöhen werden von der Spannung der jeweiligen Schlaufe bestimmt. Ganz wie bei einem Musikinstrument, beginnen auch diese "Sonnensaiten" manchmal abrupt zu schwingen und pendeln dann langsam aus.

"Unsere Entdeckung liefert uns auch neue Einsichten darüber, was in den äußersten Schichten der Sonne, wo Temperaturen von mehreren Millionen Grad herrschen können, vor sich geht."

Die Forscher glauben, dass diese koronalen Schlaufen auch bei der Entstehung von Sonneneruptionen (Flares) eine wichtige Rolle spielen, die hochgeladene Teilchen ins All katapultieren und dadurch das sogenannte Weltraumwetter erzeugen. Entsprechende Sonnenstürme können auf der Erde katastrophalen Auswirkungen auf elektrische Anlagen, Stromleitungen und (Kommunikations-)Satelliten haben (...wir berichteten). Erst vergangene Woche hatte die US-Raumfahrtbehörde erneut vor einer bis 2013 ansteigenden Sonnenaktivität gewarnt, die bisherige Höhepunkte solarer Aktivitäten deutlich übertreffen könnten.

Von dem Studium der "Sonnenmusik" erhoffen sich die Forscher nun neue Wege, Sonneneruptionen zu verstehen und sogar vorhersagen zu können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / shef.ac.uk
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