https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Freitag, 16. Juli 2010

Saturnmonde: Enceladus versorgt Titan mit Sauerstoff

Saturn (l.) mit den vier größten Monden Titan (Hintergrund), Enceladus (o.r.), Dione (o.m.), Rhea (u.r.) und Helene (m.) | Copyright: NASA

Greenbelt/ USA - In zwei aktuell im Fachjournal "Planetary and Space Science" publizierten Studien haben NASA-Wissenschaftler einen Austausch chemischer Verbindungen zwischen Planet und Monden des Saturnsystems nachgewiesen. Diese Prozesse erklären erstmals auch, wie Sauerstoff auf die Oberfläche des Saturnmondes Titan gelangen und hier auch zur Entstehung der Bausteine des Lebens beitragen könnte.

Schon seit den 1980er Jahren wissen Wissenschaftler, dass das Magnetfeld des Saturns neben geladenen Teilchen auch neutrale Atome und Moleküle enthält. Teilweise stammen diese aus den Eisfontänen in der südlichen Polregion des Saturnmondes Enceladus und werden von dem Magnetfeld des Saturns, dass sich über einige Monde des Saturn ausdehnt, in Form von Wassermolekülen aufgenommen, die dann in neutrale und geladene Partikel zerlegt und verteilt werden.

In ihrem Modell entwickelten die Forscher Edward Sittler und John Cooper vom "Goddard Space Flight Center" der NASA jetzt erstmals eine Theorie darüber, was mit den Partikeln geschieht und können damit gleichzeitig erklären, dass und wie Sauerstoff auf die Oberfläche des Saturnmonds Titan gelangen könnte, ohne, dass er schon zuvor in der reaktiven Atmosphäre des Mondes zu Kohlenmomoxid und Kohlendioxid umgewandelt wird.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Einmal in die sowohl Enceldaus als auch Titan umgebende Saturnmagnetosphäre eingetreten, könnten die aufgebrochenen Wassermoleküle aus den Eisfontänen auf Enceladus in der Atmosphäre des Titan auf sogenannte Fullerene, kugelförmige Kohlenstoffmolekül-Schalen, treffen, wie sie sehr leicht fremde Atome und Moleküle - in diesem Fall zuerst den Sauerstoff der Wassermoleküle - aufnehmen können. Zwar konnte die Existenz von Fullerenen auf Titan noch nicht eindeutig bewiesen werden, dennoch weisen Daten der Raumsonde "Cassini" auf ihre Existenz hin.

Von den Fullerenen umgeben und so vor einer Reaktion mit dem in großen Mengen vorhandenen Methan zu Kohlenmonoxid und Kohlendioxid bewahrt, kondensieren die Sauerstoffmoleküle mit aromatischen Kohlenwasserstoffen zu größeren Aerosol-Clustern, die dann langsam in Richtung Titanoberfläche absinken. Hier angelangt, könnte die einwirkende kosmische Strahlung Reaktionen der mit Sauerstoff gefüllten Fullerene katalysieren und so komplexe organische Moleküle, unter anderem Aminosäuren - also die Bausteine des Lebens - entstehen lassen.

Die Magnetosphäre des Saturn schließt auch die großen Monde ein (Illu.) | Copyright: NASA

"Die kombinierten Modelle von Cooper und Sittler geben uns neue Einblicke in das Potential chemischer Interaktionen zwischen den Saturnmonden", kommentiert Linda Spilker, Wissenschaftlerin der Cassini-Equinox-Mission am "Jet Propulsion Laboratory" (JPL). "Das Saturnsystem ist tatsächlich ein dynamischer Ort, in dem die Eisvulkane auf Enceladus nicht nur den E-Ring des Planeten speisen, sondern auch die Magnetosphäre des Saturns mit Wasser anreichern, das dann wiederum mit Titan und anderen Monden interagiert."

+ + + WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA + + +

Experiment: UV-Licht lässt in simulierter Titan-Atmosphäre Grundlagen des Lebens entstehen

1. Juli 2010

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE