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Montag, 19. Juli 2010

Schwankende Pegelstände in Seen auf Saturnmond Titan

Radardaten belegen Variationen im Pegelstand des Titansees Ontario Lacus zwischen Juni 2005 und Juni/Juli 2009 | Copyright: Radar Science Team, NASA/JPL/Caltech

Pasadena/ USA - Wie auf der Erde, so steigen und fallen auch die Pegelstände von Seen auf dem Saturnmond Titan. Das haben US-Forscher nun erstmals anhand von Radardaten der Saturnsonde "Cassini" messen können. Neben der Erde ist Titan der einzige Himmelskörper in unserem Sonnensystem, auf dem ein Flüssigkeitskreislauf mit Seen, Flüssen und Niederschlag belegt belegt ist. Statt jedoch mit Wasser, sind die Seen des größten Saturnmondes mit einer mehrheitlich aus flüssigem Methan, Ethan und Propan bestehenden Mixtur gefüllt.

Die zur Studie herangezogenen Daten beziehen sich auf einen Zeitraum von rund vier Jahren und belegen eine Schwankung des Pegels von Seen auf der südlichen Hemisphäre des Titan von knapp einem Meter pro Jahr. Diese Schwankungen, so schreiben die Planetenwissenschafter Alexander G. Hayes und Oded Aharonson vom " California Institute of Technology" (Caltech) aktuell in zwei Studien in den Fachmagazinen "Icarus" und "Journal of Geophysical Research", sind das Ergebnis jahreszeitlich bedingter Verdunstung von flüssigem Methan.

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Detailvergrößerung des Ontario Lacus auf Titan | Copyright: Radar Science Team, NASA/JPL/Caltech

Insgesamt reduzierte sich die Küstenlinie des größten südlichen Titansees, Ontario Lacus, der zugleich als erste See auf dem Saturnmond identifiziert werden konnte, während des Beobachtungszeitraums von Juni 2005 bis Juni/Juli 2009 um 10 Kilometer. Der entsprechende Zeitraum entspricht dabei Hochsommer bis Herbst auf der südlichen Titan-Hemisphäre, während ein Titan-Jahr 29,5 Erdenjahren entspricht.

Obwohl auch die Seen der nördlichen Hemisphäre des Saturnmonds, die derzeit in den Frühling übergeht - mit gleichen Mitteln untersucht wurden, konnten die Forscher hier bislang noch keine eindeutig vergleichbaren Pegelschwankungen feststellen. Dieser Umstand bedeute jedoch nicht, dass es diese dort nicht gibt. "Wir erwarten, dass sich die im Süden gemessenen Schwankungen auch hier einstellen. Da die nördlichen Seen jedoch deutlich tiefer sind, kann es sein, dass sich die Verdunstung hier weniger signifikant auswirkt." Zukünftig wollen die Forscher auch hier die Radardaten beobachten und vergleichen.

Radarkarte der südlichen Seenregion auf Titan (Ontario Lacus s. Bildmitte unten) | Copyright: Radar Science Team, NASA/JPL/Caltech

Mit seiner dichten Atmosphäre und dem aktiven Flüssigkeitskreislauf stellt Titan für viele Wissenschaftler ein Modell der frühen Erde, auf dem sich - so spekulieren Astrobiologen - sogar Leben entwickelt haben könnte.

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