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Mittwoch, 4. August 2010

Archäologen wollen Knochen von Johannes dem Täufer gefunden haben

Salome mit dem Kopf Johannes’ des Täufers, Gemälde von Michelangelo Caravaggio (1607) | Copyright: Public Domain

Sosopol/ Bulgarien - Bulgarische Archäologen haben im Innern eines Kirchenaltars des St. Johannesklosters auf der Schwarzmeerinsel Sveti Ivan einen kleinen Reliquienschrein entdeckt, dessen Inhalt sie für Teile des Skeletts von Johannes dem Täufer halten.

Auf einer Pressekonferenz am 1. August 2010 wurde die kleine Marmorurne mit der Aufschrift des Namens des Heiligen in Anwesenheit des lokalen Bischofs der orthodoxen Kirche angeblich zum ersten Mal durch Archäologen um Prof. Kazimir Popkonstantinov geöffnet und dabei ein Zahn, Teile eines Beinknochens und eines Kiefers entdeckt.

Auch wenn die bulgarischen Archäologen davon überzeugt sind, dass es sich wahrscheinlich tatsächlich um die Überreste von Johannes dem Täufer handelt, sollen weitere Tests diese Vermutung nun untersuchen.

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Johannes der Täufer ist eine der Zentralfiguren des Christentums, der Evangelien und wird zugleich auch von Moslems und Anhängern Mandäismus, besonders aber innerhalb der orthodoxen Kirche verehrt. Durch seine Prophezeiungen des Erscheinens des Messias gilt der Täufer im Christentum als direkter Wegbereiter der unmittelbar bevorstehenden Ankunft Jesu Christi. Zu seinen Anhängern zählte später auch Jesus selbst, der sich von ihm Taufen ließ und danach möglicherweise selbst mit dessen Billigung und in seinem Namen taufte. Wahrscheinlich aus politischen Gründen und wegen seiner direkten Kritik an der Heiratspolitik des herrschenden Herodes Antipas, ließ dieser den Täufer im Frühjahr 35 n. Chr. festnehmen und auf der Festung Machaerus am Toten Meer festsetzten. Laut biblischer Erzählung soll Salome, die Tochter von Herodes’ Frau Herodias, den Kopf Johannes' des Täufers als Belohnung für einen Tanz gefordert haben, wozu sie von Herodias angestiftet worden sein soll.

Neben den jetzt gefundenen Knochenresten gibt es mehrere Orte, die für sich in Anspruch nehmen, den Kopf Johannes des Täufers als Reliquie zu besitzen, darunter die Kirche San Silvestro in Capite in Rom, die Kathedrale von Amiens aber auch die Omayadden-Moschee in Damaskus, die in vorislamischer Zeit als Johanniskathedrale genutzt wurde. Erst vor wenigen Jahren behaupteten Archäologen zudem, die Gebeine des Täufers im Iran gefunden zu haben.

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Quellen: grenzwissenschaaft-aktuell.de / sofiaecho.com / bbc.co.uk / wikipedia.de


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