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Donnerstag, 26. August 2010

Die Geschichte lehrt: keine Massenpanik bei Alien-Kontakt

Die "Marskanäle" von Percival Lowell, Illustration um 1904 | Copyright: gemeinfei

New York/ USA - In einer Zeitungskolumne hat Seth Shostak, Astronom am "SETI Institute", das nach Signalen außerirdischer Intelligenzen fahndet, der oft zitieren Annahme widersprochen, die Entdeckung außerirdischen Lebens bzw. von Botschaften der Außerirdischen, würde wahrscheinlich eine Massenpanik auf der Erde auslösen. Stattdessen belehre uns die Geschichte dieser Frage selbst eines Besseren.

Gerade Verschwörungstheoretiker, so Shostak in seiner Kolumne in der "Huffington Post", würden gerne behaupten, die Entdeckung intelligenter außerirdischer Signale, würde von Institutionen und Regierunen aus Angst vor einer Massenpanik verschwiegen werden. Bestes und immer wieder zitiertes Lehrstück der Geschichte hierzu, so Vertreter dieser Aussage, sei die Ausstrahlung des Rundfunkhörspiels "Krieg der Welten" im Jahre 1938, als die dramatische Inszenierung einer fiktiven Alien-Invasion vom Mars durch Orson Welles tatsächlich landesweit panikartige Zustände unter jenen Hörern ausgelöst hatte, die nicht wussten, dass es sich nur um ein Hörspiel handelte.

Tatsächlich belege jedoch gerade die historische Grundlage der Romanvorlage, dass lediglich die Entdeckung außerirdischer Intelligenzen, selbst in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft, den Planeten Venus und Mars, wahrscheinlich keine Panik auslösen würde.

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Der Roman "Krieg der Welten" (War of the Worlds) von H. G. Wells entstand vor dem Hintergrund der Beschreibungen vermeintlich von intelligenten Wesen erschaffener Strukturen auf Mars und Venus. Diese, im Falle des Roten Planten ursprünglich erstmals von dem italienischen Astronom Giovanni Schiaparelli entdeckt und beschrieben "Canali" wurden fälschlicherweise statt als "Gräben", als "Kanäle" übersetzt und dienten auch einem weiteren Astronomie-Pionier, dem US-Amerikaner Percival Lowell als Grundlage seiner ausführlich Beschreibung und Dokumentation der in seinen Augen künstlichen und zugleich gewaltigen Strukturen auf dem Mars (...wir berichteten).

Die Marskanäle Schiaparellis und Lowells gelten heute größtenteils als optische Täuschungen, etwa durch sogenannte Kontrasteffekte zwischen hellen und dunklen Bereichen. Einige könnten jedoch tatsächlich großen Canyons oder Tälern auf dem Mars entsprechen. Speichenartige Strukturen, wie sie Lowell hingegen auf der Venus entdeckt haben will, deuten Wissenschaftler heute als Spiegelungen von Blutgefäßen in seinem eigenen Auge im damals verwendeten Teleskop.

Dennoch, zur Zeit der Veröffentlichung von Lowells Büchern über seine Entdeckung der Beweise für intelligente Zivilisationen auf Mars und Venus, waren diese Schriften so populär, dass sie sogar Auszugsweise und in Fortsetzungsreihen in zahlreichen Magazinen abgedruckt wurden.

"Die gelassene Reaktion der Öffentlichkeit über den Nachweis gigantischer Bauwerke nur knapp 32 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, zeigt, dass die Öffentlichkeit wohl auch heute nicht außer Kontrolle geraten würde, sollten Beweise für intelligente Außerirdische gefunden werden", so Shostak.

"Die Annahme, dass also die Entdeckung einer Botschaft aus dem All aus Angst vor einer Massenpanik geheim halten würde, wurde also schon vor einem Jahrhundert getestet und widerlegt", so der SETI-Astronom und versichert abschließend: "Nehmen Sie mich beim Wort: Wenn wir Aliens finden, dann werden Sie es auch erfahren."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / huffingtonpost.com
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