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Montag, 9. August 2010

Saturns Polarlichter pulsieren in rätselhaftem Rhythmus

Polarlichter über beiden Saturnpolen | Copyright: spacetelescope.org

Leicester/ England - Ein Team internationaler Wissenschaftler um Dr. Jonathan Nichols von der "University of Leicester" hat beim Studium der Polarlichter des Saturns festgestellt, dass diese in einem Rhythmus pulsieren, der jenem der Radiopulse entspricht, die der Gasplanet in einem regelmäßigen Muster aussendet.

Aufgrund fehlender Oberflächenmerkmale ist die Länge des Saturntages seit jeher Inhalt kontroverser Diskussionen. Wie alle magnetisierten Planeten strahlt auch der Saturn von seinen Polarregionen aus Radiowellen ins All. Anhand dieser Radiopulse, wie sie erstmals von den Voyager-Sonden entdeckt wurden, wurde der Saturntag auf eine Länge von rund 11 Stunden (10 Stunden 39 Minuten und 24 Sekunden) festgelegt. In gleicher Weise rotiert auch die nicht weniger mysteriöse Hexagon-Struktur über dem Nordpol des Planeten (...wir berichteten).

Variationen in der Periode der Radioemissionen zeigten dann jedoch, dass es für diese eine andere Quelle geben muss, da sich die Rotation eines Planeten nicht ohne weiteres beschleunigt bzw. abgebremst wird, diese also auch nicht für die Variationen der Radiopulse verantwortlich sein kann.

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In ihrer im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" veröffentlichten Studie haben Nichols und Kollegen nun Aufnahmen der Saturn-Polarlichter des Weltraumteleskops "Hubble" von 2005 bis 2009 analysiert und zeigen damit nicht nur, dass auch die Polarlichter pulsieren, sondern dies auch in gleicher Weise tun, wie die Radiopulse des Gasplaneten.

"Hierbei handelt es sich aus zwei Gründen um eine wichtige Erkenntnis", erläutert Dr. Nichols. "Zum einen wird eine lange vermutete, bislang jedoch unbestätigte Verbindung zwischen den Polarlichtern und des Radioemissionen belegt. Zum anderen gibt es uns ein wichtiges Werkzeug zu Untersuchung des unregelmäßigen 'Herzschlags' des Saturns an die Hand."

Wie auf der Erde, so werden auch die Polarlichter des Saturns von geladenen Teilchen, etwa des Sonnenwinds, erzeugt, wenn diese entlang der magnetischen Feldlinien, oberhalb der Pole in die obere Atmosphäre eindringen, hier auf Gasteilchen treffen und diese zum Leuchten anregen. Ebenfalls bereits bekannt war, dass die geladenen Teilchen in der oberen Atmosphäre aber auch Radiowellen abgeben können.

Mit den neuen Erkenntnissen und den ausführlichen Daten der Saturnsonde "Cassini" erhoffen sich die Forscher nun schon bald hinter das Geheimnis der pulsierenden Radioemissionen zu kommen.


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Quellen: grezwissenschaft-aktuell.de / ion.le.ac.uk

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