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Montag, 29. November 2010

Jupiters verschwundenes Wolkenband kehrt zurück

Jupiter am 9., 12., 17. und 24. November 2010. Das Entstehen des Weißen Flecks (s.o.l.) und die sich von hier aus entwickelnde dunkle "Fahne" sind deutlich zu erkennen (v.l.o.n.r.u.) | Copyright: Christopher Go, jupiter.cstoneind.com

Pasadena/ USA - Nachdem im vergangenen Frühjahr Astronomen festgestellt hatten, dass der südliche der sogenannten äquatorialen Wolkenbänder des Jupiters verschwunden war (...wir berichteten), zeigen neue Aufnahmen, dass das eigentlich für den Gasplaneten charakteristische Wolkenband wieder zurückkehrt. Astronomen erhoffen sich von dem Studium dieses Phänomens ein besseres Verständnis über das Zusammenspiel zwischen den Winden und der Wolkenchemie auf Jupiter.

Erneut war es der Hobbyastronom Christopher Go, der als erster Hinweise auf die Rückkehr des Streifens entdeckte: Westlich eines neu entstandenen weißen Flecks auf der Höhe des einstigen Wolkenbandes zeichnen sich rauchfahnenartig neue dunkle Regionen ab, wie sie seit ihrem Ausbruch u.a. durch den Hobbyastronom Christopher Go (jupiter.cstoneind.com) intensiv dokumentiert werden (s. Abb.).

Die äquatorialen Wolkenbänder, so glauben Wissenschaftler der NASA, erscheinen in der Regel als von dunkler Färbung, weil an ihrer Stelle helle Ammoniak-Eis-Wolken in höheren Atmosphärenschichten fehlen und damit den Blick auf tiefer liegende Regionen mit dunkleren Wolken freigeben. Entsprechend bedeute das Verschwinden des dunklen Wolkenbandes lediglich, dass höhere helle Wolken die gewohnte Sicht blockieren.

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"Im Infrarotspektrum erkennen wir nun, dass hier die helle Wolkendecke wieder aufreißt", erläutert Glenn Orton vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA. Astronomen und Planetenforscher weltweit erwarten in den kommenden Wochen und Monaten massive energetisch-atmosphärische Phänomene in der Jupiteratmosphäre.

Tatsächlich war es nicht das erste Mal, dass dieses Wolkenband verschwunden war. Schon 1973 zeigten Nahaufnahmen des Planeten durch die NASA-Sonde "Pioneer 10", den Jupiter ohne das markante dunkle Band. Ähnliches war in den frühen 1990er Jahren der Fall. Bislang wurde das Verschwinden nur in der südlichen Hemisphäre des Planeten beobachtet. Derartig auf nur eine Hemisphäre begrenzte atmosphärische Phänomene sind laut den NASA-Astronomen bislang einzigartig im Sonnensystem.

Durch die Beobachtungen der aktuellen Vorgänge auf Jupiter erhoffen sich die Wissenschaftler auch die Instrumente der für 2016 geplanten Sonde "Juno" und die für 2020 angesetzte Mission zum Gasplaneten und seinem Mond Europa spezifizieren zu können.

- Eine fortwährende Beobachtung des Jupiters durch den Christopher Go finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / jupiter.cstoneind.com
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