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Montag, 22. November 2010

Komet schleudert Eisbälle ins All

Eisiger Schneesturm auf dem Kometen "Hartley 2" | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UMD

Pasadena/ USA - Die kürzliche Begegnung der Sonde "EPOXI" mit dem Kometen "Hartley 2" hat eine Vielzahl von Nahaufnahmen des Himmelskörpers geliefert, anhand derer Wissenschaftler nun Rückschlüsse auf Gasströme und spezifische Oberflächenstrukturen zu ziehen versuchen.

Neben anderen Eigenschaften offenbaren die Bilder des Vorbeiflugs einen regelrechte Schneestürme an den Enden des erdnussförmigen Kometen, die von Kohlendioxid-Ausbrüchen (Jets) erzeugt werden und tonnenweise Schnee- bzw. Eisbälle ins All katapultieren, deren Größen zwischen jenen von Golf- bis Basketbällen rangiert.

Zur gleichen Zeit sorgen andere Prozesse dafür, dass aus dem Mittelteil des Kometen Wasserdampf entflieht - eine Beobachtung, die ein neues Licht auf die Natur von Kometen und sogar Planeten wirft.

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Ein Vergleich der aktuellen Daten mit den Aufzeichnungen des Vorbeiflugs der Sonde an dem Kometen "Tempel 1" im Jahr 2005, bei dem die Sonde einen Impaktor auf den Kometen geschossen und das Auswurfmaterial analysiert hat, offenbarte zahlreiche Unterschiede zwischen den beiden Kometen.

"Zum ersten Mal konnten wir nun einzelne Eisbrocken in der Wolke um einen Kometen und Kohlendioxid-Jets aus dem Innern beobachten", erläutert Michel A'Hearn von der "University of Maryland". "Zwar haben wir nach diesen Merkmalen schon auf 'Tempel 1' gesucht, konnten diese dort jedoch nicht finden."

Infrarotaufnahme von "Hartley 2" offenbart Wasserdampf-Ausbrüche (blau, o.l.), Staub (rot, o.r.), Kohlendioxid-Jets (gelb, m.r.) und Eisstürme (grün, u.r.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UMD

Die neuen Beobachtungen angesichts von "Hartley 2" zeigen, dass dieser sich anders verhält als "Tempel 1" und drei weitere Kometen, die zuvor von der Sonde in Augenschein genommen wurden. Für das Verständnis von "Hartley 2" scheint Kohlendioxid der Schlüssel zu sein, erklärt es doch, warum die auf dem Kometen beobachteten glatten und rauen Oberflächenmerkmale auf unterschiedliche Art und Weise auf die Erwärmung durch die Sonne reagieren und unterschiedliche Mechanismen aufweisen, bei welchen auch Wasser aus dem Innern des Kometen entweicht.

Wissenschaftler erhoffen sich zukünftig weitere Informationen, um bestimmen zu können, wie lange die beobachteten Schneestürme auf dem Kometen schon aktiv sind und ob die Unterschiede zwischen dem glattoberflächigen Mittelstück und den grob strukturierten Enden des Kometen das Ergebnis jener Prozesse sind, durch die der Himmelskörper vor rund 4.5 Millionen Jahren entstand oder ob es sich um das Ergebnis späterer Entwicklungen handelt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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