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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Cassini-Sonde findet mögliche Eisvulkane auf Saturnmond Titan

Aus den 3D-Daten der Sonde Cassini zeichnet sich deutlich eine vulkanartige Bergform ab | Copyright: NASA/JPL-Caltech/USGS/University of Arizona

Pasadena/ USA - Mit der Saturn-Sonde "Cassini" haben NASA-Wissenschaftler auf Titan, dem größten Mond des Ringplaneten, zwei Strukturen entdeckt, die sie für Eisvulkane halten. Diese gleichen in ihrer Form den irdischen Feuerbergen und Vulkanen auf dem Jupitermond Io.

Die von der Sonde gelieferten topografischen Daten, so berichten die NASA-Forscher auf dem Jahrestreffen der "American Geophysical Union" in San Francisco, stützten den bislang deutlichsten Hinweis auf Geländeformen auf einem fremden Himmelskörper im Sonnensystem, wie sie irdischen Vulkanen gleichen, jedoch statt geschmolzenem Gestein und Asche Eisfontänen speien.

"Wenn wir eine 3D-Karte der Titan-Region Sotra Facula betrachten, so fällt direkt deren Ähnlichkeit mit irdischen Vulkanen wie etwa dem sizilianischen Ätna, dem Laki auf Island oder selbst kleineren Vulkanen im US-amerikanischen Flagstaff auf", erläutert der die 3D-Umsetzung der Daten leitende Wissenschaftler Randolph Kirk vom "Astrogeology Science Center" der "U.S. Geological Survey" (USGS).

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Jahrelang haben Wissenschaftler darüber debattiert, ob es auf den eisreichen Monden des Saturns derartige Eisvulkane, sogenannte Kryovulkane, gibt und was deren Eigenschaften sein könnten.

Die bisherige Arbeitshypothese geht davon aus, dass unterirdische geologische Aktivität die sonst eisige Umgebung genügend erwärmt, um Teile des Inneren der Saturntrabanten aufzutauen und das dabei entstehende schlammige Material durch Öffnungen an die Oberfläche zu pressen.

Einige bislang bekannte Kryovulkane, wie sie beispielsweise den Rissen im Eispanzer des Saturnmonds Enceladus entspringen, gleichen irdischen Vulkanen nur gering, wenn etwa ihre feinen Eispartikel kaum Rückstände auf der Oberfläche des Mondes hinterlassen und somit deren Form und Struktur kaum beeinflussen.

Computersimulation der Eisvulkane auf Titan | Copyright: NASA/JPL-Caltech/USGS/University of Arizona

Auf Titan, so vermuteten die meisten Wissenschaftler bislang, könnte zwar auch festeres Material ausgestoßen werden und sich in lavaflußartigen Strömen, fingerartig über die Oberfläche welzen, doch wurden bislang entdeckte entsprechende Strukturen (...wir berichteten 1, 2) eher für das Ergebnis nicht-vulkanischer Aktivitäten, etwa für Fluss-Sedimente, gehalten.

In der nun untersuchten Region Sotra Facula jedoch, stellen Eisvulkane die bislang beste Erklärung für die nun vorgefundenen Strukturen dar, die sich mehr als 1.000 Meter über die Oberfläche erheben, tiefe vulkanartige Krater und fingerartige Flussstrukturen aufweisen (s. Abb.). Zwar könnten diese Berge auch tektonischen Ursprungs sein, erläutert der Planetenwissenschaftler Jeff Kargel von der "University of Arizona", doch sei deren Interpretation als Kryovulkane sehr viel einfacher und stimmiger.

Bislang ergeben sich aus den Daten zwar keine Hinwiese auf aktuelle Aktivitäten der Eisvulkane auf Titan, doch werde die Region nun weiterhin intensiv beobachtet, so die Forscher. "Kryovulkane helfen uns dabei, die geologischen Kräfte dieser exotischen Orte in unserem Sonnensystem besser zu verstehen", zeigt sich auch die Cassini-Projektwissenschaftlerin Linda Spilker vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA von der Entdeckung begeistert. "Auf Titan könnten diese Eisvulkane beispielsweise erklären, wie Methan in der Atmosphäre fortwährend aufgefrischt wird, während die Sonne die Moleküle auflöst."

"Um Kryovulkanismus in Gang zu setzen, benötigt es genügend Wärme. Wenn dann auch noch, wie auf Titan Wasser vorhanden ist, erfüllt das bereits auch zwei Grundvoraussetzungen für Leben", kommentiert Rosaly Lopes, Vulkanforscherin am JPL abschließend die Entdeckung ihres Teams.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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