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Mittwoch, 1. Dezember 2010

UFO-Hacker: WikiLeaks-Dokumente offenbaren neue Hintergründe zum Fall Gary McKinnon

Der ehem. Britische Premier Gordon Brown | Copyright: weforum.org/swiss-image.ch/Remy Steinegger

London/ England - Die von WikiLeaks veröffentlichten internen Diplomatenkorrespondenzen der USA sorgen weltweit und multimedial für Aufsehen und hitzige Diskussionen. Auch auf die Hintergründe zum Auslieferungsverfahren um den sogenannten UFO-Hacker Gary McKinnon, der sich auf der Suche nach Beweisen für UFOs und Außerirdische in die Computer von US-Verteidigungsministerium und NASA gehackt hatte, gegen die eigentlich geheimen Unterlagen Auskunft.

Aus der Kurznotiz geht hervor, dass sich der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown, dem bislang von den Verteidigern McKinnons Kuschen vor den USA geringes Engagement vorgeworfen wurde, offenbar mehr als bislang bekannt für den am Asperger-Syndrom, (einer Form von Autismus) erkrankten, geständigen Hacker eingesetzt hatte.

Neben der US-amerikanischen "New York Times" und dem deutschen "Spiegel" hatte auch der britische "The Guardian" vorab Einsicht in die veröffentlichten Dokumente. Demnach, so der "Guardian", habe Brown sogar seine Reputation aufs Spiel gesetzt, um von den USA eine Zusage für ein Verfahren und die Haft McKinnons in England zu erreichen.

Aus einem Telegramm vom 6. Oktober 2009 des US-Botschafters Louis Susman, in welchem dieser die US-Außenministerin Hillary Clinton vor ihrem Besuch in England über die aktuelle politische Lage im Königreich informierte, geht in dieser Sache folgendes hervor:

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"Zum Auslieferungsverfahren Gary McKinnon - Der Premierminister wird wahrscheinlich gegenüber der Außenministerin den Auslieferungsfall Gary McKinnon ansprechen, ebenso, wie er dies bereits gegenüber dem Botschafter getan hat. McKinnon ist ein 43-jähriger Computerhacker mit Asperger-Syndrom, dessen Auslieferung zwecks Anklage in den USA gefordert wird. Ihm wird vorgeworfen, 2001 und 2002 in Computer der US-Regierung eingedrungen zu sein. Mit seiner öffentlichen Kampagne um seine Bitte der Auslieferung zu widersprechen hat McKinnon große Sympathien in der Öffentlichkeit gewonnen. Eine abschließende Entscheidung der britischen Seite steht noch aus. Der Fall hat zudem öffentliche Kritik an den Auslieferungsabkommen zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich ausgelöst. Im (vergangenen August) hat Premierminister Brown in einem Vieraugengespräch dem US-Botschafter einen Deal vorgeschlagen: Demnach werde McKinnon seine Schuld eingestehen, seine Taten öffentlich bereuen, aber jegliche zu erlassende Haft in Großbritannien absitzen. Brown äußerte zugleich tiefste Sorgen darüber, dass McKinnon aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung in einem US-Gefängnis Selbstmord begehen oder Folgeschäden erleiden könnte. Der Botschafter hat diesen Vorschlag mit Justizminister (Eric) Holder diskutiert und würde sich freuen, die Angelegenheit auch der Außenministerin kurz unterbreiten zu können." (Quelle: WikiLeaks)

Einen möglichen Grund dafür, dass es bekanntlich nicht zu der von Brown vorgeschlagenen Übereinkunft zwischen den USA und Großbritannien gekommen ist, sieht der "Guardian" in der ebenfalls aus den WikiLeask-Dokumenten hervorgehenden Wut der USA über die Entscheidung der britischen Regierung, den verurteilten Lockerbie-Attentäter Ali Abdelbaset al-Megrahi freizulassen, der zurück in seiner Heimat Libyen, dort al Held empfangen wurde.

Wenn auch ohne Zusammenhang, so findet dennoch derzeit zeitgleich mit der Veröffentlichung der eigentlich mehrheitlich geheimen US-Diplomatendokumente durch WikiLeaks eine erneute Anhörung der Verteidiger von Gary McKinnon in dessen Auslieferungsverfahren. Auch der das Komitee leitende Keith Vaz machte gegenüber dem "Guardian" nochmals deutlich, dass bislang im Fall des UFO-Hackers noch keine Entscheidung getroffen worden sei.

Ebenfalls zeitgleich läuft ein öffentliches Anhörungsverfahren der britischen Regierung bezüglich des Auslieferungsabkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA. Darin ruft das Innenministerium die britischen Bürger dazu auf, noch bis zum 31. Dezember 2010 ihre Meinung zu den bisherigen Regelungen mitzuteilen. Nicht nur viele britische Bürger, auch zahlreiche Politiker sehen in den existierenden Abkommen ein erhebliches Ungleichgewicht zugunsten der USA und wollen das Gesetz neu überarbeiten (...wir berichteten). Eine solche Novelle könnte dann auch McKinnon entgegen kommen, geht es doch in den aktuellen Bemühungen auch um eine mögliche jene Neuregelung, wie sie für von den USA angeklagte britische Staatsbürger eine Haft in ihrem Heimatland vorsieht.

Hintergrund:
Auf der Suche nach geheimen Dokumenten und Beweisen für UFOs und Außerirdische, ist der geständige Hacker in rund 90 militärische, Regierungs- und NASA-Computer eingedrungen und habe diese dabei - so die Anklage - beschädigt.

In den von McKinnon gehackten Systemen, will er Informationen und Beweise für außerirdische Technologie, eine Liste "mit Namen außerirdischer Offiziere und Schiffe und Güterverkehr", sowie ein Bild eines, wie er sagt "UFOs mit perfekter, glatter Oberfläche" gefunden haben.

Auf Rechnern der NASA gebe es zudem Beweise, dass aus deren Aufnahmen UFOs absichtlich herausretuschiert wurden und werden, wie er in einem interview mit der BBC bestätigt. Allerdings gehen McKinnons Aussagen kaum über bereits bekannte Inhalte anderer Verschwörungstheorien hinaus.

Laut McKinnon seien die Systeme jedoch nicht sonderlich gesichert gewesen. Teilweise seien die angeblich so sensiblen Rechner lediglich mit abgelaufenen Passwörtern geschützt oder gänzlich ohne Passwortschutz abgesichert gewesen. Es habe sich also nicht einmal um wirkliches Computer-Hacking gehandelt.

- Das entsprechende Telegramm von Susman an Clinton finden Sie HIER (Suchbegriff McKinnon)

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wikileaks.org / guardian.co.uk / freegary.org.uk
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