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Dienstag, 4. Januar 2011

Studie: Magisches Denken erhöht Kreativität bei Kindern

Archiv: Hist. Darstellung des Hexenritts. Holzschnitt nach einer Originalzeichnung von G. Spangenberg | Copyright: Public Domain

Lancaster/ England - Eine Studie des Psychologen Eugene Subbotsky von der "University of Lancaster" belegt, dass magische Vorstellungen die Kreativität bei Kindern erhöhen, ohne, dass die Kinder allerdings durch entsprechende Stimulation, beispielsweise in Form von Filmen automatisch auch an Magie und das Übernatürliche zu glauben beginnen.

Für seine Studie zeigte Subbotsky einer Gruppe von Vorschulkindern Filmausschnitte aus dem ersten Harry Potter-Film mit magischen Inhalten. Einer zweiten Gruppe zeigte er Szenen des selben Films, jedoch nun ohne derartige Motive. Vor und nach dem Betrachten der Filmszenen wurden die Kinder psychologischen Standardtests wie Problemlösungen und kreativem Malen, wenn den Kindern die Aufgabe gestellt wurde, sogenannte unmögliche Gegenstände nachzuzeichnen, unterzogen.

Das Ergebnis dieser Experimente zeigte, dass sich die Fähigkeiten jene Kinder, welche die magischen Inhalte betrachtet hatten, in den Tests nach der Filmvorführung verdoppelt, also signifikant verbessert hatten. In der Vergleichsgruppe lagen diese Verbesserungen nur bei rund 50 Prozent - waren also statistisch nicht signifikant erhöht.

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In einem weiteren Experiment ergründete der Psychologe vor und nach der Filmschau den Glauben der Kinder an das Magische und Übernatürliche. Hierbei stellt er fest, dass das Betrachten der magischen Filminhalte bei den Kindern keine statistisch signifikante Steigerung des Glaubens an derartige Vorstellungen herbeiführte.

In seinem Blog "Epiphenom" (epiphenom.fieldofscience.com) zeigt sich der Biotechnologe, medizinische Journalist, Humanist und Atheist Dr. Tom Rees von Subbotskys Interpretation über die Auswirkung magischer Filminhalte auf den Glauben der Kinder an das Übernatürliche nicht überzeugt: Zwar interpretiere Subbotsky die Ergebnisse seines zweiten Experiments dahingehend, dass dieser Glauben durch das Betrachten der entsprechenden Filmszenen nicht erhöht wurde, dennoch sei genau das geschehen - allerdings "nur" um rund 50 Prozent. Genau dieser Unterschied (von 50 Prozent) ist es jedoch, der wissenschaftlich als nicht signifikant gilt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ncbi.nlm.nih.gov / epiphenom.fieldofscience.com
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