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Samstag, 12. März 2011

Einstige Marsatmosphäre: Verschwundenes atmosphärisches Kohlendioxid könnte im Marsboden vergraben sein

In einem kleineren Krater (o. l.) am Rande des mächtigen Marskraters Huygens entdeckten NASA-Forscher Ablagerungen kohlenstoffreicher Mineralien | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Arizona State Univ.

Houston/ USA - Von Asteroideneinschlägen in Kratern freigelegte Gesteinsschichten und dort gefunden kohlenstoffhaltige Sedimentschichten geben Wissenschaftlern neue Einblicke hinter das Rätsel um die verschwundene Marsatmosphäre, die heute wesentlich dünner ist, als ursprünglich.

An einigen Stellen, so etwa in den Kratern Huygens und Leighton, haben die Einschläge Öffnungen in der Oberfläche von mehr als fünf Kilometern Tiefe geschlagen, die nun vom Mineraldetektor ("Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars", CRISM) an Bord der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) untersucht wurden. Im Innern der gewaltigen geologischen Wunden entdeckte die Sonde nun auch Hinweise auf Ablagerungen von Carbonaten, also kohlenstoffhaltigen Mineralien, wie sie in der Regel durch Reaktionen von atmosphärischem Kohlendioxid mit Wasser entstehen.

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Zwar handele es sich nicht um den ersten Nachweis von Carbonaten auf dem Mars, so die Pressemitteilung der NASA, doch deuten die Entdeckungen daraufhin, dass in besagten tiefen Ablagerungen ein Schlüssel zum Verständnis der verdünnten, jedoch einst wahrscheinlich dichten und stark kohlenstoffhaltigen Marsatmosphäre liegt. Sollte sich bestätigen, dass die kohlenstoffhaltigen Schichten weit verbreitet sind, könnten es durchaus sein, dass der Kohlenstoff, der zur Entstehung der Carbonatablagerungen benötigt wird, aus der einstigen Kohlendioxid-Atmosphäre des Planeten selbst stammt.

Der Umstand, dass sich die Carbonatschichten in Krateröffnungen tief unter der heutigen Marsoberfläche finden, deuten daraufhin, dass sie einst entstanden und später von jüngerem Gestein, etwa durch vulkanische Aktivität oder durch weitere Einschlagsereignisse überdeckt wurden.

Schon im Herbst vergangenen Jahres entdeckten NASA-Forscher karbonathaltiges Gestein im Innern des Leighton-Kraters (...wir berichteten) und vermuteten, dass es sich bei den dort freigelegten Schichten nur um einen kleinen Teil weit ausgedehnter Sedimentschichten handeln könnte.

Die analysierten Funde von karbonathaltigem Gestein in den beiden Kratern deuten daraufhin, dass diese das Ergebnis von einem Zusammenspiel zwischen atmosphärischem Kohlendioxid und einstigen Wasserflächen auf dem Mars sind. Bestätigt werden könnte diese Deutung durch weitere Funde in anderen Regionen auf dem Roten Planeten - das nächste Ziel der Forscher.

Was genau mit dem Kohlendioxid der ehemals dichten Marsatmosphäre passiert ist, und warum ein Großteil wohl auch ins All verflog, will die NASA ab 2013 mit einer Forschungssonde im Rahmen der "Mars Atmosphere and Volatile Evolution Mission" (MAVEM) erkunden. Weitere Untersuchungen anderer Marsregionen mit dem CRISM-Instrument sollen hinzu weitere Belege dafür finden, dass ein weiterer Teil des atmosphärischen Gases, das heute noch einen Hauptanteil der wenn auch dünnen Marsatmosphäre ausmacht, in Interaktion mit einstigem Wasser, bei der Entstehung der Carbonatablagerung verbraucht wurde und heute tief unterhalb der Marsoberfläche verborgen begraben ist.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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