Künstlerische Darstellung eines Exoplaneten | Copyright: NASAMountain View/ USA – Der Chef des SETI-Institutes, das nach Hinweisen auf außerirdisches Lebens forscht und sucht, Seth Shostak erläutert in einem aktuellen Artikel die Aussichten und Möglichkeiten, warum es auf dem kürzlich bestätigten Exoplaneten Gliese 581c Leben geben könnte.
Demnach geht man bei SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) davon aus, es sich bei Gliese 581c, der in etwa 20 Lichtjahren Entfernung des roten Zwergstern Gliese 581 umkreist, um einen verhältnismäßig kleinen, felsigen und wahrscheinlich erdähnlichen Planten handeln könnte. Damit unterscheidet er sich deutlich von den meisten der bislang über 200 entdeckten Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – bei denen es sich meist um jupiterähnliche Gasgiganten handelt.
Gliese 581c umkreis sein Muttergestirn jedoch etwa fünfmal näher als unsere Erde die Sonne – doch diese Sonne ist schwächer als unsere. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass auf Gliese 581c lebensfreundliche Temperaturen herrschen. Selbst die Tatsache, dass der Planet an seine Sonne durch in gebundener Rotation umläuft (also immer die gleiche Seite zuwendet) gibt es hier wohl eine stetig erleuchtete und eine immer dunkle Hälfte. Starke winde könnten die warmen Temepraturen jedoch in einer Art gemäßigtem Temperaturgürtel um den Planeten herum verteilen.
Shostak erläutert, dass das SETI-Institut bereits 1995 das Gliese-System in Visir genommen habe. Damals habe man von dort jedoch keine Signale empfangen, die auf eine technologisch entwickelte Zivilisation schließen ließe. Doch selbst Shostak gibt zu bedenken, dass man für die damaligen Abhöraktion eventuell gerade nur den falschen Zeitpunkt erwischt haben hätte können, oder dass man schlicht und einfach die falschen Bandbreiten abgesucht habe.
Selbst wenn ein Kontakt mit den vermeintlich technologischen Bewohnern von Gliese 581c herstellen könnte, müsste sich dieser vorerst auf banale und kurzatmige Kommunikation beschränken. Eine simple und kurze Frage und Antwort würde mit heutigen Mitteln 40 Jahre lang unterwegs sein.
Trotz also großer Hindernisse macht Shostak sich und allen SETI-Freunden schon heute Mut: „Eine etwas ermüdende Art der Kommunikation. Ermüdend – aber nicht unvorstellbar“
Quelle: seti.org / nasa.gov
Bücher von Seth Shostak über SETI und Leben im All:
