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Donnerstag, 20. März 2008

Astro-Phänomen: Verliert der Saturn seine Ringe?

Teleskopaufnahmen des Saturn 2007 (l.) und 2008 (r.) | Efrain Morales Rivera

Weltweit beobachten Astronomen derzeit ein merkwürdiges Phänomen: Das noch vor wenigen Jahren so breite Ringssystem des Planeten Saturn scheint sich mehr und mehr zu verringern. Schon jetzt ist die "Cassinische Teilung", eine der markantesten Lücken im Ringsystem, kaum mehr zu erkennen.

Was einige Beobachter verwirrt und beunruhigt, hat seit 1659 jedoch eine logische Erklärung und wiederholt sich alle 14,8 Jahre. Schon Galileo Galilei war von seiner Beobachtung des Schwunds der Saturnringe 1610 derart verwirrt, dass er seine Beobachtungen des Planeten aussetzte.

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Tatsächlich handelt es sich um ein perspektivisches Phänomen, das in der Astronomie als "Kantenstellung" bekannt ist. Diese basiert auf der Tatsache, dass die Ebene des Ringsystems um 27° gegen die Bahnebene des Planeten geneigt ist. In anderen Worten bedeutet dies, dass der Rand des saturnschen Ringsystems bei dieser Position genau der Erde zugewandt ist, so dass das Ringssystem von uns aus betrachtet nahezu verschwinden wird. Dieser Zustand wird wieder am 4. September 2009 erreicht werden.

Computersimulierte Stände der Staurnringebene von 2001 bis 2009 | Copyright: Tom Ruen / Public Domain

Dass Galilei seine Beobachtungen während der Kantenstellung aussetzte war sicherlich ein Fehler, da genau zu dieser Zeit die Saturnringe besonders gut zu beobachten sind. Auch wird während der Kantenstellung der sonst größtenteils von den Ringen verdeckte azurblaue Nordpol des Saturns sichtbar.

Galileo selbst sollte den Grund für das Verschwinden der Saturnringe nie erfahren, da er noch nicht wusste, dass es sich um ein scheibenförmiges Ringsystem handelt. Durch zeitgenössische Teleskope betrachtet, erschienen die Ringe vielmehr wie planetare Henkel und wurden von Galileo auch als solche bezeichnet. Erst 1655 erkannte der holländische Astronom Christiaan Huygens, dass es sich um Ringe handelt. Vier Jahre später beschrieb er dann auch das periodische Verschwinden der Ringe. Ein Jahr später schlug Jean Chapelain vor, dass es sich nicht um feste Ringe, sondern um eine Anordnung kleiner Partikel handele, die unabhängig voneinander den Planeten umkreisen. Obwohl er mit diesem Modell genau richtig lag, wurde seine Theorie fast 200 Jahre lang weitgehend abgelehnt und verkannt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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