Standbild aus dem auf YouTube.com veröffentlichten Video | Quelle: Youtube.comSaarbrücken/ Deutschland - Ein unmittelbar vor dem 1. April auf dem Online Video-Portal "Youtube.com" veröffentlichtes Video einer angeblichen Autopsie eines zwergengoßen "Aliens" sorgte nach seiner Veröffentlichung für reichlich Diskussionen (wir berichteten). Auf Anfrage von Grenzwissenschaft-Aktuell.de hat ein Mediziner das Video begutachtet und entlarvt offenkundige Mängel bezüglich der Vorgehensweise, der zu erkennenden Anatomie und deren Funktion.
Laut Einschätzung des Experten ist das verwendete Werkzeug ist zumindest für Biopsien (also am lebenden Organismus) am Menschen, und wahrscheinlich auch für die an Tieren, unüblich. Für Autopsien gelten hingegen hier und da andere Standards, beispielsweise in Fragen der Hygiene und Sterilität, da der zu untersuchende Körper bereist tot ist.
Auch das Vorgehen ist eher ungewöhnlich, denn normalerweise werden Brust und Bauch separat voneinander geöffnet, die Organe einzeln entnommen, begutachtet und gewogen. "Ein Forscher der sein Vorgehen wissenschaftlich dokumentieren wollte, hätte zudem wahrscheinlich nicht nur sein Objekt im Blickwinkel, sondern auch einen Schwenk auf sich selbst gemacht. Die durchaus üblichen blauen Handschuhe sind dem angeblichen Mediziner zudem deutlich zu groß."
www.grenzwissenschaft-aktuell.de
Zum Objekt, also dem angeblichen 'Mini-Alien', bekamen wir folgende zusammenfassende Einschätzungen: "Die Haut des 'Wesens' lässt sich ohne Probleme mit einem Schnitt öffnen und direkt abheben. Welche Funktion sollte aber eine Haut erfüllen, die nicht mit dem Untergrund fest verbunden ist? Das Lebewesen darunter könnte sich unabhängig davon bewegen, beispielsweise würde beim Greifen die Haut vom den darunterliegenden Muskeln und Knochen der Finger abrutschen. Die Versorgung der Haut mit Nerven und Gefäßen (also auch Nährstoffe und Sauerstoff) wäre zudem schwer möglich. Auch die Haut selbst vehällt sich merkwürdig. Normalerweise muss sie, wenn ab- und aufgeklappt, nicht von Klammern beiseite gehalten werden, sondern liegt - u. a. beschwert von Fettgewebe usw. - von selbst. Auch würde man zum Zurückhalten keine Klammern, sondern Haken verwenden. Die 'Haut' des Wesens im Video zeigt viel eher die Eigenschaften von Gummi...
Unter der Haut sind Knochen zu sehen, wie sich wohl ein Laie Knochen im Körper vorstellt: Blankgeputzt und ordentlich nebeneinander und wie auch immer miteinander verbunden. Die Hauptaufgabe von Knochen ist, dass sie Muskeln als Ansatz dienen, damit Muskeln etwas bewegen können. Deswegen sind Knochen von so vielen Muskeln umgeben und damit derart verbunden, dass man sie erst nach viel Präparierarbeit sehen kann. Auch die Knochen dieses 'Wesens' scheinen von Luft und Liebe zu leben, Blut erhalten sie zumindest offenbar nicht.
Wie bereits erwähnt, sind innerlich kaum Muskeln zu erkennen. So könnte das Wesen beispielsweise seine Arme gar nicht nach vorne Bewegen (etwa für Bewegungen wie Liegestützen), da es absolut keine Brustmuskulatur aufzeigt. Auch zwischen den Rippen gibt es offenbar keine Muskeln. Stattdessen gibt es hier freien Platz, was dem Wesen beim Atmen große Probleme verursachen würde, da sich die Lungen - wenn überhaupt vorhanden - zwischen den Rippen aufblähen würden.
Die Brust selbst besitzt eine Form, die für zentrale Atmungsorgane und einen Blutkreislauf typisch ist. Interessant ist auch ein länglicher blauer 'Schlauch', den sie dem Objekt zu Beginn mühelos nach unten klappen, der lose oberflächlich liegt. Bei aufrechtem Gang, und der Körper ist dementsprechend gebaut, würde dieses 'Organ' hin und her schlendern und könnte sich gefährlich mit anderen Organen verknoten."
Da das 'Wesen' - selbt wenn es außerirdischen Ursprungs wäre - ansonsten humanoide Züge und anatomische Eigenschaften wie Körperbau, zumindest äußerlich erkennbare Muskulatur usw. aufzeigt, sollte also auch zu erwarten sein, dass die innere Anatomie entsprechend ähnlich aufgebaut ist und menschenähnliche biologisch-anatomisch-physiologischen Funktionen erfüllt.
Neben der anonymen und fragwürdigen Quelle des Videos selbst, weisen also auch die anatomisch-medizinischen Aspekte des Films, auf einen - zudem teilweise schlecht recherchierten - verfrühten Aprilscherz.
Vergleichen Sie die angebliche Alien-Autopsie mit den Video einer echten, an einem Menschen durchgeführten Schulungsautopsie (u.).
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ACHTUNG: Der Inhalt dieses Videos könnte für sanfte Gemüter erschütternd sein
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ACHTUNG: Der Inhalt dieses Videos könnte für sanfte Gemüter erschütternd sein
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / youtube.com
WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:
Verfrühter Aprilscherz? - Bizarre Alien-Autopsie auf YouTube, 31. März 2008
