Dienstag, 26. August 2008

Auch Vieh und Wild nimmt Erdmagnetfeld wahr

Ausgerichtete Weidekühe | Copyright: franklaumen.de 

Duisburg/ Deutschland - Mit einer ungewöhnlichen Methode haben Forscher der "Universität Duisburg-Essen" ein überraschendes Phänomen entdeckt: Kühe haben scheinbar einen besonderen Sinn für Himmelsrichtungen und stehen keinesfalls orientierungslos auf der Weide.

Laut Pressemitteilung der Universität haben die Zoologen Sabine Begall, Hynek Burda und Julia Neef die gute Auflösung von Google EarthTM genutzt, um die Ausrichtung von mehr als 8.500 Kühen auf 308 Weiden auf nahezu allen Kontinenten via Satellitenbild zu untersuchen. Das erstaunliche Ergebnis ihrer Studie wurde nun im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.

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Demnach richten Kühe ihre Körperachse zum Grasen oder Ruhen in etwa nordsüdlich aus. Durch diese Erkenntnis inspiriert untersuchten tschechische Kollegen der Agrar-Universität Prag und des National-Parks Böhmerwald die Körperachsenausrichtung von Reh- und Rotwild. Sie beobachteten die Tiere direkt oder vermaßen die im Schnee hinterlassenen Körperabdrücke. Tatsächlich zeigte sich auch hier ein ähnliches Bild wie bei den Rindern. Auch Rehe und Hirsche scheinen also eine nordsüdliche Ausrichtung zu bevorzugen.

Da Sonne und Wind konnten als mögliche Faktoren ausgeschlossen werden konnten, schlussfolgerten die deutsch-tschechischen Forscher, dass das zwar schwache, jedoch allgegenwärtige Magnetfeld der Erde einen Einfluss auf die Richtungspräferenz der Wiederkäuer hat. Getestet wurde die Hypothese, indem Satellitenbilder von Orten mit natürlicherweise hoher positiver wie auch negativer Deklination, also die Abweichung zwischen geographischer und magnetischer Nordrichtung, ausgewertet wurden. Hier zeigte sich, dass magnetisch Nord deutlich besser die Richtungspräferenz erklärte als geographisch Nord.

Weitere Untersuchungen sollen nun erforschen, wozu die Tiere diesen Magnetsinn entwickelt haben. Interessant bleibt, dass dieses Phänomen Jägern und Landwirten seit Jahrtausenden nicht aufgefallen ist.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uni-duisburg-essen.de
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