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Dienstag, 11. November 2008

Astronomen beobachten rätselhafte Veränderungen auf Plutoid Eris

Der entfernte Plutoid Eris (Illu.) | NASA/JPL-Caltech

Flagstaff/ USA - Innerhalb nur weniger Jahre scheint sich die Oberfläche des Zwergplaneten Eris, der jenseits der Neptunbahn die Sonne auf einer elliptischen Bahn alle 560 Jahre einmal umkreist, dramatisch zu verändern. Astronomen stehen vor einem Rätsel.

Eris ist der größte bekannte Zwergplanet unseres Sonnensystems und zählt zu den so genannten Plutoiden, einer Unterklasse von Zwergplaneten, die jenseits der Bahn des Neptun die Sonne umrunden.

Wissenschaftler glauben, dass die Oberfläche von Eris von einer permanenten Eiskruste aus gefrorenem Methan in Stickstoff überzogen ist. Nähert sich der Zwergplanet der Sonne, so die Vorstellung, verdampft dieses, um in schattigen Regionen wieder zu kondensieren.

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Zur Zeit, befindet sich Eris jedoch an seinem von der Sonne entferntesten Punkt, wodurch er eigentlich vollständig tiefgefroren und inaktiv sein sollte. Eine aktuelle Studie an der Northern Arizona University (NAU) belegt nun jedoch dramatische Veränderungen auf der Planetenoberfläche und dass innerhalb nur weniger Jahre.

"Wir können uns nur wundern", kommentiert Stephen Tegler die Ergebnisse gegenüber dem New Scientist, der gemeinsam mit seinem Team anhand des Lichtspektrums von Eris die Art und Weise analysiert hat, wie die gefrorene Methaneisoberfläche des Zwergplaneten das Sonnenlicht absorbiert.
Im Gegensatz zu Beobachtungen aus dem Jahr 2005 stellten Tegler und sein Team fest, dass die Konzentration von Stickstoff im Eis mit zunehmender Tiefe ansteigt. Die Beobachtungen mit dem William Herschel Teleskop in Spanien hatten 2005 mit einer höheren Stickstoffkonzentration in den oberen Schichten noch das Gegenteil aufgezeigt. Eine Erklärung konnten die Forscher bislang noch finden.

Eine Erklärungsmöglichkeit wäre eine Veränderung des Wetters auf Eris, die dann auch die oberen Schichten der Oberfläche beeinflusst haben könnte. Dass eine derart dramatische Veränderung jedoch binnen weniger Jahre eintritt und sich so massiv auswirkt, bezweifeln jedoch selbst die Experten.

Eine weitere Hypothese vermutet Methan- und Stickstoffausbrüche aus dem Innern des Planeten, die dann an der Oberfläche kondensiert sein und eine neue Eisschicht gebildet haben könnten. Ob Eris jedoch warm genug ist, um eine derartige Form von so genanntem Kryo-Vulkanismus, einer Form von Vulkanismus bei niedrigen Temperaturen unter -150 Grad Celsius (bekannt von Saturnmond Enceladus, Neptunmond Triton und dem Plutomond Charon), wird von derzeit kontrovers diskutiert.

Neue Informationen erhoffen sich die Forscher schon jetzt von der für 2015 angesetzten "New Horizons"-Mission der NASA, die jenseits des Planeten Pluto fliegen soll und auch auf dem im Vergleich zu Eris kleineren Pluto nach Kryovulkanen Ausschau halten soll. Sollte auch Pluto derartige Ausbrüche produzieren können, stehe die Chance, dass auch der größere Eris hierzu in der Lage sei, recht gut.

Anhand ihrer Beobachtungen sind die Wissenschaftler aus Flagstaff jedoch auch auf eine weitere Neuentdeckung gestoßen: Trotz seiner gigantischen Umlaufzeit von fast 560 Jahren, gibt es auf Eris wahrscheinlich aufgrund seiner eigenen Achsenrotation einen erdähnlich langen Tag von knapp 26 Stunden. Die Ergebnisse ihrer Beobachtungen haben die Forscher im Fachmagazin Icarus veröffentlicht.

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Quellen: grenzwisenschaft-aktuell.de / icarus.cornell.edu / newscientist.com
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