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Dienstag, 16. Dezember 2008

Huygens-Sonde fotografierte erstmals Flüssigkeit auf fremdem Himmelskörper

Aufnahmen der Sonde Huygens zeigen einen Tautropfen auf Titan (r. und Vergr.) | Copyright: NASA/JPL/Univ. of Arizona

Tucson/ USA - Kurz nachdem die Landekapsel Huygens im Januar 2005 auf der Oberfläche des Saturnmondes Titan gelandet war, schickte sie auch schon die ersten Fotos zur Erde. Auf diesen hat Erich Karkoschka von der University of Arizona nun einen Tropfen ausgemacht - der erste eindeutige und direkte Beweis dafür, dass es auch auf der Oberfläche anderer Himmelskörper Flüssigkeiten geben kann.

Auf einer Aufnahme der Sonde ist im unteren Bereich deutlich eine Art Tautropfen zu erkennen, der sich für kurze Zeit auf der Sonde gebildet hatte. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um einen Tropfen aus flüssigem Methan handelt, dass durch die Landungshitze der Sonde verdampft, aufgestiegen und dann jedoch an einer kalten Kannte vor der Kameralinse der Sonde kondensiert sei.

Auch wenn der Tropfen wahrscheinlich nur durch die Sonde selbst entstand, stellt das Foto jedoch den ersten direkten Beweis dafür dar, dass Flüssigkeiten - und somit beste Voraussetzungen für die Entwicklung von Leben - auch auf den Oberflächen fremder Planeten und Himmelsköper jenseits unserer Erde existieren können.

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Ähnlich wie unsere Erde, so verfügt Titan über Wolken, Seen, Flüsse und Kanäle und gilt unter Wissenschaftlern neben der Erde als einziger Himmelskörper unseres Sonnensystems, auf dem wahrscheinlich Oberflächenflüssigkeiten verdampfen, in die Atmosphäre aufsteigen und wieder abregnen. Bei dieser Flüssigkeit handelt es sich jedoch nicht um Wasser, sondern um ein Gemisch aus flüssigem Methan und Ethan. Doch auch hierin könnten sich zumindest mikrobielles Leben entwickelt haben, vermuten Wissenschaftler.

Nachdem bereits 1983 Methan in der Atmosphäre des Saturnmondes nachgewiesen wurde, glauben viele Forscher, dass dieses auch als permanenter Regen oder zumindest Nieselregen auf die Oberfläche niedergeht - bestätigt werden, konnte dies bislang jedoch noch nicht. "Lediglich feine Wolken konnten von der Huygens-Sonde fotografiert werden", erklärt Karkoschka, der seine Entdeckung im Fachmagazin "Icarus" veröffentlicht hat. Auf zahlreichen Aufnahmen der Sonde, sind sogar kleine Staubpartikel in der Atmosphäre des Mondes zu erkennen. Auch sie sprechen gegen die Vorstellung von kontinuierlichem Regen auf Titan, da sie von diesem erwartungsgemäß ausgewaschen worden wären. Andere, jedoch wesentlich kleinere, kugelförmige Punkte, konnten als Kamera-Artefakte erklärt werden. Der besagte Tautropfen ist für eine derartige Erklärung jedoch eindeutig zu groß.

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