Montag, 16. Februar 2009

Forscher simulieren Entstehung neuer Abflussrinnen auf dem Mars

Marskrater 1999 (l.) und 2006 mit Abflussrinne (m. & r.) | Copyright: NASA/JPL/Malin Space Science Systems

Fayetteville/ USA - Auf dem Mars finden sich zahlreiche geologische Strukturen, die nicht nur Flussläufen und Abflussrinnen von Wasser auf der Erde gleichen, sondern - darin sind sich die meisten Wissenschaftler einige - auch genau dadurch entstanden sind. Allerdings erlaubt der heutige Mars kein flüssiges Wasser und den notwendigen Druck, weswegen die meisten dieser Strukturen Hunderte, Tausende, nicht gar Millionen von Jahren alt sein müssen. Doch wie erklärt sich eine Abflussrinne, die erst kürzlich (2006) entdeckt und nur wenige Jahre zuvor (1999) an gleicher Stelle noch nicht vorhanden war? Forscher der University of Arkansas haben dies nun in einem Laborexperiment simuliert.

Das Team um Professor Vincent F. Chevrier den Doktoranden Travis S. Altheide vom Arkansas Center for Space and Planetary Sciences berichten über das Ergebnis ihrer Versuche in der Aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters".

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Nachdem auch sie reines Wasser als Erklärung für die Rinne ausgeschlossen hatten, wollten sie jene Theorie überprüfen, ob eine Lake aus einer konzentrierten Wasser-Salz(Eisensulfat)-Lösung als mögliches Grabemedium in Frage komme, da beide Bestandteile - gelöst im Boden - an zahlreichen Orten auf dem Mars zu finden sind und Salzlösung einen deutlich tieferen Gefrierpunkt besitzt als Wasser, also weiterhin auch in flüssiger Form an der Marsoberfläche existieren und wirken könnte.

Anhand unterschiedlicher Konzentrationsmischungen, die zudem unterschiedlichen Niedrigtemperaturen und den Druckverhältnissen der dünnen Marsatmosphäre ausgesetzt wurden, kamen die Forscher zu einem bestätigenden Ergebnis: Erst bei Temperaturen von -20 Grad gefror die Lösung vollständig ein. Zugleich lag auch der Verdunstungspunkt tief genug, sodass zumindest die Möglichkeit bestehe, dass die Abflussrinne auf dem Mars durch eine flüssige Salz-Wasser-Lösung erzeugt wurde.

Mächtige Abflussrinnen auf dem Mars | Coypright: NASA/JPL-Caltech

Zugleich erstellten Chevrier und Altheide eine Marskarte, auf der die Umweltbedingungen derartige Rinnen erlauben könnten und die zugleich anzeigt, ob die austretende Lösung an den angezeigten Orten flüssig bleiben oder gefrieren würden. Tatsächlich decken sich die Orte, an welchen die Lösung in flüssigem Zustand wirken kann, mit jenen Regionen, in welchen die meisten der diskutierten Abflussrinnen entdeckt wurden.

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Studie: Doch kein flüssiges Wasser auf Mars?

7. März 2008

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / spacecenter.uark.edu
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