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Freitag, 29. Mai 2009

Mumien im All: Phantom-Torsos Matroschka und Fred zurück auf der Erde

Phantom Torso | Copyright : NASA

Houston/ USA – Ohne Arme und Beine, zudem eingewickelt in mumienartige Bänder haben der NASA-Dummy "Fred" und sein europäisches Gegenstück der ESA "Matroschka" monatelang ungeschützt im All verbracht, um die Strahlungsbelastung für zukünftige bemannte Reisen zu Mond und Mars zu simulieren - jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Anhand der mit hunderten Sonden und Elektroden gespickten Dummy-Torsos wurden Daten über die Auswirkung der schädlichen kosmischen Strahlung außerhalb des unseren Planeten davor schützenden Erdmagnetfeldes gewonnen, mit deren Hilfe die zukünftigen bemannten Missionen an die Gefahren der Strahlung angepasst werden sollen. Raumanzüge werden neu konzipiert und die Wohneinheiten der Astronauten an den neusten Wissenstand angepasst.

Die Messungen haben die bisherigen Vermutungen, die Wissenschaftler bislang lediglich anhand von Computermodellen berechnet hatten, bestätigt, wonach die Strahlenbelastung jenseits der Magnetosphäre als größtes Gesundheitsrisiko für die zukünftigen Raumfahrer eingestuft wurde. Ungeschützt liegt die Belastung der Raumfahrer im offenen Weltraum bei der 3000-fachen Menge an Strahlung wie an der Erdoberfläche, wodurch schwere Schäden der DNA-Struktur und als Folge Krebstod der Raumfahrer zu erwarten wären.

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"Kurze Missionen zum Mond sind in Ordnung", erklärt Francis Cucinotta vom Johnson Space Center der NASA, "jedoch schon ein sechsmonatiger Aufenthalt in einem Habitat einer Mondstation würde kritisch werden. Hier benötigen wir dann eine sehr wirksame Abschirmung der Strahlung und wahrscheinlich auch medizinische Gegenmaßnahmen, ohne sie sind die geplanten Halbjahresmissionen nicht durchführbar" - ganz zu Schweigen von einem wesentlich länger dauernden Flug zum Mars. Das Problem für die auf mindestens 18 Monate angesetzten Mars-Missionen: Bislang stehen kaum geeignete Abschirmtechnologien und -materialien zur Verfügung.

ISS-Wissenschaftsoffizier John L. Phillips gemeinsam mit dem ESA-Phantom-Torso Matroschka | Copyright: ESA/NASA

Eine weitere Gefahrenquelle stellen Sonneneruptionen dar, während derer Strahlungsstürme auf die Astronauten einwirken können. Weder Fred noch Matroschka waren jedoch während ihres Einsatzes auf der internationalen Raumstation ISS einer solchen chromosphärischen Eruption der Sonne ausgesetzt. Das energetische Spektrum dieser Ereignisse dürfte sich jedoch stark von der normalen kosmischen Strahlung im All unterscheiden. Aus diesem Grund wollen die Forscher dabei zu erwartende Strahlungsdosen nun in einem Laborexperiment auf der Erde simulieren und haben Matroschka dazu auserwählt, dieser künstlichen Sonneneruption ausgesetzt zu werden.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / esa.int

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