Montag, 7. Dezember 2009

Zahi Hawass bestätigt Höhlensystem unter Gizeh - verneint jedoch besondere Bedeutung

Archiv: Die Chephren-Pyramide von Gizeh in Ägypten | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Kairo/ Ägypten - Nur kurz nachdem der britische grenzwissenschaftliche Forscher und Sachbuchautor Andrew Collins im vergangenen August die Entdeckung eines Höhlensystems unterhalb von Gizeh bekannt gegeben hatte (...wir berichteten), hat auch der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Zahi Hawass die Höhlen untersuchen lassen und deren Existenz, die er zuvor abgestritten hatte, nun bestätigt. Von der mythologischen Bedeutung der Höhen will Hawass jedoch nichts wissen und spielt deren Bedeutung herunter.

Am 2. Dezember bestätigte Hawass, dass er ein ägyptisches Team mit der Erforschung der Höhlen und der vorgelagerten Grabkammer beauftragt habe, von welchen Collins glaubt, dass es sich um nichts weniger als das Vorbild der ägyptischen Vorstellung der Unterwelt der Pharaonen handelt könnte. Zuvor hatte Hawass in einer ersten Reaktion die Existenz der Höhen noch verneint und gegenüber dem "Discovery Channel" erklärt, das man mittlerweile alles über Gizeh wisse.

In seinem vor wenigen Wochen erschienenen Buch "Beneath the Pyramids - Egypt's Greatest Secret Uncovered" (Unter den Pyramiden – Ägyptens größtes Geheimnis gelüftet) berichtet Collins von seiner bislang geheime Entdeckung im vorangegangen September. Auf die mysteriöse Unterwelt der Pharaonen will er durch die Lektüre von Aufzeichnungen des britischen Generalkonsuls Henry Salt, eines Diplomaten und Ägyptenforschers aus dem 19. Jahrhundert, gestoßen sein. In seinen Memoiren beschreibe dieser, wie er 1817 gemeinsam mit dem italienischen Ägyptologen Giovanni Cavaglia ein mehrere hundert Meter langes Katakombensystem auf Gizeh untersucht habe. Darin beinhaltet sollen auch Grabkammern und weitere Höhlendurchgänge gewesen sein.

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Gemeinsam mit dem britischen Ägyptologen Nigel Skinner-Simpson, hat Collins die damalige Expedition rekonstruiert und anhand dieser Informationen später dann auch tatsächlich den Eingang zu den Gizeh-Höhlen, westlich der Großen Pyramide ausfindig gemacht.

Erste Erkundung des Höhlensystems unterhalb von Gizeh

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Die Höhlen, so vermutet Collins, seien zehntausende Jahre alt, "wenn sich sogar wesentlich älter" und hätten möglicherweise nicht nur die Errichtung des Pyramidenkomplexes, sondern auch ägyptische Vorstellungen der Unterwelt inspiriert. Selbst Gizeh werde in den alten Texten oft als "Rostau" bezeichnet, was soviel wie "der Schlund zu den Gängen" bedeutet - für Collins ein eindeutiger Hinweis auf einen dortigen Eingang zu einer Welt im Untergrund.

"Derzeit sind wir dabei, das (Höhlen-)System zu erkunden. Es handelt sich um Katakomben aus der Späten Epoche, wie es in Ägypten zahlreiche gibt", so Hawass. Die Höhlen hätten nichts Mysteriöses und es gäbe auch keine Verbindung zu esoterischen und religiösen Themen. "Wir werden die Ergebnisse unserer Arbeiten innerhalb unserer gewohnten Arbeitsprozesse veröffentlichen".

Colins Buch "Beneath the Pyramids":

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Gegenüber derartigen Aussagen zeigt sich Collins skeptisch: "Wir wissen, dass er die Erkundung der Tunnel bereits im August begonnen hatte - also nahezu direkt nach Bekannt werden unserer Entdeckung", zitiert die "responsesource.com" den Forscher. Auch die Behauptung, es handele sich um gewöhnliche Katakomben bezweifelt Collins. Ein Vergleich mit anderen, in der Regel künstlich in die Felsen getriebenen ägyptischen Katakomben zeige keine Übereinstimmungen, zumal es sich bei an eine künstliche Grabkammer anschließenden Höhlensystem unterhalb von Gizeh offenkundig um natürliche Höhlen und Gänge handele, wie sie hunderte Meter weit in den Fels reichen und hier möglicherweise eine geologischen Falte folgen.

Während Hawass dem Höhensystem einerlei Bedeutung beimisst, vermutet Collins, dass die Gänge bis unter die Chephren-Pyramide reichen und hier das Grab des mythischen Gottes Thot (Hermes) beinhalten könnten. "Sein Grab wurde bislang noch nicht gefunden. Es könnte also immer noch existieren und auf seine Entdeckung harren - vielleicht waren Salt und Caviglia im vor 200 Jahren schon sehr nahe gekommen?"

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / andrewcollins.com / responsesource.com
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