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Dienstag, 5. Januar 2010

Babylonische Tontafel offenbart: Arche war ursprünglich kreisrund

Archiv: Klassische Vorstellung der Arche Noah auf einem Gemälde von Edward Hicks, 1846 im Philadelphia Museum of Art | Copyright: Public Domain

London/ England - Eine sich bislang im Privatbesitz befindliche babylonische Tontafel berichtet nicht nur von der bekannten Nutzung der Arche Noah zur Rettung seiner Familie und jeweils eines Tierpaares vor der Sintflut, sondern offenbart zudem auch ein bislang nicht bekanntes Detail über die Form der Arche.

Wie der britische "The Guardian" berichtet, handelt es sich bei der Tontafel um ein bislang nicht übersetztes Fundstück mit einem Alter von rund 3700 Jahren. Es wurde Mitte der 1940er Jahre von Leonard Simmons im Mittleren Osten während dessen Kriegsdienstzeit bei der Royal Air Force gefunden. Später ging die Tafel in den Besitz seines Sohnes Douglas über, der sie Irving Finkel vom Britischen Museum in London übergab, einem ausgewiesenen Experten für die Übersetzung babylonischer Schriften.

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Zwar gebe es etwa ein Dutzend ähnlicher Tontafeln, wie sie die Geschichte der Arche erzählen, so Finkel. Doch keine dieser Tafeln beschreibe auch deren Form: "Alle bisherigen Darstellungen der Arche gehen davon aus, dass die Arche einem nahezu ozeantaugliche Boot mit einer spitz zulaufenden Vorschiff und einem Heck entsprach, damit das Boot auch durch die Wellen navigieren konnte. (...) Die Arche aber hatte weder einen vorgeschriebenen Weg noch ein bestimmtes Ziel, sondern musste einfach nur auf der Wasseroberfläche treiben können. Die Instruktionen für ein solches Gefährt waren den Erbauern schon von ähnlichen Bootstypen (Coracle), wie sie teilweise heute noch auch im Iran und Irak zum Transport von Tieren über Flüsse oder Fluten zum Einsatz kommen, sehr genau bekannt."

In dem Text wendet sich Gott an das mesopotamische Vorbild für den späteren Noah der Bibel, den sumerischen König Atram-Hasis und fordert dieses auf, ein "rundes Boot" zu bauen, dessen Länge auch seiner Breite entspricht. Weiterhin solle dieses Boot aus geflochtenen Palmfasern hergestellt und mit Bitumen abgedichtet werden, bevor im Innern Kabinen für Mensch und Tiere eingebaut werden sollen und Atram-Hasis mitsamt den geretteten Tieren als einziger die alles verheerende Flut übersteht.

Historiker gehen davon aus, dass mesopotamische Flutmythen zunächst Eingang in das sumerische Gilgamesch-Epos fanden und dieses während der Gefangenschaft in Babylon von den Juden erlernt und in das Alte Testament übernommen wurden. Erst hier bekam die Arche dann ihre buchstäblich biblischen Ausmaße, laut deren das Boot 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch war - ein Maßverhältnis von 6:1, wie es heute noch im Schiffsbau verwendet wird.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / guardian.co.uk


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