Freitag, 26. Februar 2010

Studie: Traditionelle Akupunktur lindert Schwangerschaftsdepressionen

Archiv: Akupunktur in der Anwendung | Copyright: K.Hunter/Public Domain

Stanford/ USA - Laut einer bislang einzigartigen Studie an der "Stanford University School of Medicine" kann Akupunktur Depressionen während der Schwangerschaft lindern und stellt somit eine wirkliche Alternative zu Psychopharmaka dar.

Wie die Forscher um die Psychologin und Verhaltensforscherin Rachel Manber und Deirdre Lyell im Fachjournal "Obstetrics & Gynecology" berichten, stellt die Akupunkturbehandlung der bekannten Schwangerschaftsdepression eine geeignete Alternative zu Antidepressiva dar.

Laut Untersuchungen leiden rund 14 Prozent der Frauen während ihrer Schwangerschaft an schweren Depressionen. Wie und warum es zu der Seelenverfinsterung kommt, darüber sind sich Mediziner wie Psychologen immer noch uneins, vermuten jedoch, dass in den meisten Fällen Hormone für die psychologischen Veränderungen verantwortlich gemacht werden können. Unbehandelt können die Depressionen Risiken sowohl für Mutter als auch für das Kind darstellen.

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Nach Angaben des "American Journal of Obstetrics and Gynecology " hat sich die Vergabe von Antidepressiva während der Schwangerschaft zwischen 1999 und 2003 verdoppelt. Die deutliche Mehrzahl der Patientinnen lehnt diese Behandlung aufgrund von Sicherheitsrisiken für die Schwangerschaft jedoch weiterhin ab. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei es sehr wichtig, eine Alternative zu den Antidepressiva zu finden, so Manber.

Für ihre Studie haben die Forscherinnen 150 Frauen zwischen der 12. und 30. Schwangerschaftswoche untersucht, bei welchen sich deutliche Anzeichen für Schwangerschaftsdepressionen zeigten. Neben den beiden jeweils achtwöchigen Alternativbehandlungen Massage und gezielter Antidepressions-Akupunktur wurde die Kontrollgruppe mittels Scheinakupunktur an Körperstellen akupunktiert, die laut Akupunktur-Lehre keine Auswirkungen auf die Depressionen ausüben.

63 Prozent der Patientinnen, die mit Akupunktur gezielt gegen die Depressionssymptome behandelt wurden, zeigten einen deutlichen Rückgang von bis zu 50 Prozent dieser Beschwerden auf. In den anderen beiden Gruppen (Massage und Scheinakupunktur) konnte dies zusammengenommen nur bei rund 44 Prozent der Patientinnen festgestellt werden.

Damit bestätigt die Studie frühere Untersuchungsergebnisse bezüglich der Wirksamkeit von Akupunktur gegen generelle Depressionsbeschwerden. "Zwar gibt es keine Behandlung, die allen Anforderungen und Patienten gleichermaßen gerecht werden kann, aber Akupunktur sollte als eine Option in der Behandlung von Depressionen angesehen werden", kommentiert Lyell die Studienergebnisse. "Ich hoffe, dass die rigoros angewendete Methodik unserer kontrollierten Blindstudie und ihre Ergebnisse anerkannt werden, da sie belegen, dass traditionelle Akupunktur eine deutliche Verbesserung der Depressionsbeschwerden herbeiführen kann."

Die Wissenschaftlerinnen wollen nun ihre Studie auch auf fortgeschrittenen Schwangerschaften und die Zeit nach der Entbindung ausweiten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psychiatry.stanford.edu / med.stanford.edu
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