Konzeptstudie der "Lunar Lander Study Phase B1" | Copyright: Astrium / 2010Bremen/ Deutschland - In der hügeligen und stark von Kratern übersäten Region des Südpols unseres Erdtrabanten soll schon 2018 unter deutscher Federführung eine automatisierte Landeeinheit inklusive Rover der zukünftigen europäischen Mondmission landen.
Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat das Raumfahrtunternehmen "EADS Astrium" in Bremen den Folgeauftrag für die Mondlande-Studie NEXT (Next Exploration Science and Technology) für die Entwicklung eines Mondfahrzeugs im Rahmen eines Wettbewerbverfahrens gewonnen.
Ziel der neuen Studie "Lunar Lander Phase B1" ist es, das Missionskonzept für die automatische Landung am Südpol des Mondes festzulegen. Die neue Studie hat eine Laufzeit von 18 Monaten (bis Ende 2011) und ein Volumen in Höhe von 6,5 Millionen Euro unter maßgeblicher Beteiligung von Deutschland. Die Studie schließt mit der Festlegung des Missionskonzeptes sowie einem detaillierten Design des Landesgerätes und des Mondrovers ab.
In der neuen Studie werden auch das Systemkonzept und das vorläufige Design für das Mondlandefahrzeug erstellt sowie die wesentlichen Technologien für eine automatische, weiche und zielgenaue Landung. Darüber hinaus sollen bereits Hardwarekomponenten des Antriebs und Navigationssensoren in Anlagen getestet werden, die eine realistische Mondumgebung simulieren können. Die Studie wird auch die gesamten Kosten eines Mondfahrzeugs und einen Zeitplan ermitteln als Basis für eine Entscheidung der Finanzierung der kompletten Mission auf der nächsten ESA-Ratssitzung auf ministerialer Ebene.
In Folge dieser Entscheidung und nach Abschluss der Phase B1 Studie stünde dann als nächster Schritt der Auftrag für Entwicklung, Bau und Test des Mondfahrzeugs.
"Die ATV-Mission zeigt als Technologie-Demonstration die Kompetenz und Erfahrung, die Astrium auf dem Gebiet des automatischen Rendezvous und Dockings hat. Das Konzept der neuen Studie basiert auf den Technologien des ATV und wir haben damit eine einzigartige Expertise zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien, ohne die eine automatische Landung auf dem Mond nicht möglich sein wird", sagte Dr. Michael Menking, Leiter für Orbitale Systeme und Exploration bei Astrium anlässlich der Vertragsunterzeichnung am 16. September in Berlin.
Automatisierte Mondmission 2018... | Copyright: Copyright: Astrium / 2010"Es freut mich sehr, dass Europa auf dem Gebiet der Weltraumforschung Fortschritte macht, die auf für die bemannte Raumfahrt entwickelten Schlüsseltechnologien beruhen", bestätigte auch Simonetta Di Pippo, ESA Director for Human Spaceflight.
"Während wir uns zusammen mit den USA, Russland und Japan darauf vorbereiten, die Internationale Raumstation ISS für weitere zehn Jahre und darüber hinaus zu nutzen", fügte sie hinzu, "nehmen wir die nächsten Schritte in Angriff, um Europas Kompetenzen und Fähigkeiten in diesem globalen Unterfangen entsprechend zu positionieren. Mit einer starken und erfolgreichen Präsenz in der erdnahen Umlaufbahn ist der Mond der nächste Schritt auf unserem gemeinsamen Weg zu zukünftigen Zielen. Europas aktive und erfolgreiche Präsenz bei diesen globalen Projekten wie ISS und Exploration stärken unsere Rolle als moderner, dynamischer und innovativer Kontinent."
Bei der automatischen Landung auf dem Mond, wie sie die Studie vorsieht, gibt es eine Reihe von technologischen Herausforderungen. Um auf dem Mond weich und präzise zu landen, werden Schlüsseltechnologien wie ein autonomes Navigationssystem sowie ein komplexes Antriebssystem benötigt.
Ein Mondrover sowie diverse stationäre Experimente werden vom Landefahrzeug ausgesetzt und beginnen mit der wissenschaftlichen Forschung, die laut dem bisherigen Konzept der Basismission sechs bis acht Monate andauern soll.
Die Südpolregion des Mondes ist für Weltraumforscher besonders interessant, da sie gerade für zukünftige bemannte Missionen aufgrund des nahezu kontinuierlichen vorhandenen Sonnenlichts und dem Zugang zu möglichen Eislagern in immerdunklen Kraterböden die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen könnte.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int / astrium.eads.net
