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Dienstag, 28. September 2010

Verwirrung um angebliche Ernennung eines UNO-Vertreters für den Kontakt mit Außerirdischen

Mazlan Othman | Copyright/Quelle: iisd.ca

Wien/ Österreich - Sollte es derzeit zu einem Kontakt mit einer intelligenten außerirdischen Lebensform kommen, so bestünde größtenteils Uneinigkeit darüber, wer die Erde als Botschafter vertreten sollte. Bislang unbestätigten Medienberichten zufolge soll sich dies schon in absehbarer Zeit ändern, wenn die UNO einen Vertreter bestellt, der im Falle eines "First Contact" für die Menschheit sprechen soll. Eine für die Posten ins Spiel gebrachte Astrophysikerin hat die Behauptungen indes bereits dementiert.

Laut einem Bericht der "Sunday Times" werde derzeit die malaysische Astrophysikerin Mazlan Othman und damit die Direktorin des "Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen" (United Nations Office for Outer Space Affairs, UNOOSA) mit Sitz in Wien für den Posten gehandelt.

Auf einer Konferenz am "Kavli Royal Society International Centre" in Buckinghamshire soll, so die Zeitung, Othman in der kommenden Woche ihre zukünftige Aufgabe skizzieren und vorstellen. Bevor die Astrophysikerin den Vorsitz der UNOOSA übernahm, leitete sie die Weltraumbehörde Malaysias und koordinierte in dieser Funktion auch den Raumflug des ersten malaysischen Astronauten.

Grundlage für den neuen Posten soll die Entdeckung immer neuer Exoplaneten, also Planeten jenseits unseres Sonnensystems, sein, mit deren Zahl auch die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben steige. Aus diesem Grund müsse die UNO auch für jenen Fall vorbereitet sein, dass die Menschheit in Kontakt mit Außerirdischen kommt, berichtet die Zeitung.

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Die "Sunday Times" zitiert des weiteren aus einem kürzlichen Vortrag, in dem die Astrophysikerin erklärte: "Das andauernde Streben nach Kommunikation mit Außerirdischen durch unterschiedliche Institutionen und Personen, stärkt die Hoffnung, dass die Menschheit eines Tages tatsächlich ein Signal von Außerirdischen erhalten wird. Wenn dies geschieht, sollten wir eine Stelle haben, um eine Antwort zu koordinieren, die alle mit dieser Angelegenheit verbundenen Empfindlichkeiten berücksichtigt." Die Vereinten Nationen seien ein bereits existierender Mechanismus für eine solche Koordination.

Zu den Aufgaben der UNOOSA-Direktorin gehört unter anderen die Entwicklung von Regeln und Fragestellungen, wie sie mit der fortschreitenden Erkundung des Weltraums und der Bedrohung der Erde durch Kometen und Asteroiden einhergehen.

Des zu erwartenden weltweiten Medienecho über die Benennung der UNO-Vertreterin für den Erstkontakt mit Außerirdischen wurde nur wenige Stunden nach der Meldung der "Sunday Times" durch eine Meldung des Konkurrenzblattes "The Guardian" widersprochen.

Hier hatte man sich bei der "Royal Society" erkundigt, wo man keine Kenntnis der Vorgänge haben wollte. Anfragen bei den Vereinten Nationen wurden an das Büro der UNOOSA verwiesen, wo wiederum niemand zu erreichen gewesen sein soll. Abschließen beruft sich die Zeitung dann allerdings auf eine direkte E-Mail von Othman selbst, in der die UNOOSA-Direktorin den im Artikel der "Sunday Times" gemachten Behauptungen widersprach: "All' das klingt sehr interessant (cool) aber leider muss ich widersprechen." Zwar werde sie tatsächlich auf besagter Konferenz einen Vortrag halten, doch gehe es dabei um die Frage, wie die Erde auf eine Bedrohung durch erdnahe Objekte, im Sinne von Kometen und Asteroiden, vorbereitet sei.

Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung lag uns noch kein offizielles Statement der UNOOSA vor. Sobald uns diese vorliegt, werden wir erneut berichten.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / thesundaytimes.co.uk / guardian.co.uk / unoosa.org
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