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Dienstag, 23. November 2010

Beweise für ein Universum vor dem Urknall entdeckt?

Konzentrische Ringe in der kosmischen Hintergrundstrahlung | Copyright: Penrose u. Gurzadyan

Oxford/ England - Nach derzeitiger Lehrmeinung entstand unser heutiges Universum vor 13,7 Milliarden durch den sogenannten Urknall aus dem Nichts und dehnt sich seither fortwährend aus. Kein Geringerer als der bekannte und hochgeachtete Mathematiker, theoretische Physiker und Kosmologe Sir Roger Penrose glaubt nun, gemeinsam mit seinem Kollegen Vahe Gurzadyan in den Messdaten der kosmischen Hintergrundstrahlung Beweise für Aktivitäten vor dem Urknall gefunden zu haben und sieht damit seine Theorie einer sogenannten "konformen zyklischen Kosmologie" (Conformal Cyclic Cosmology, CCC) bestätigt.

Die CCC-Theorie widerspricht der Vorstellung des Standardmodells der Kosmologie, wie sie im Rahmen der sog. Urknalltheorie die zeitliche Entwicklung des Universums nach dem Urknall beschreibt und keine Explosion in einem bereits bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität bezeichnet. Stattdessen sollen jeweils neue Universen durch ihren Urknall zyklisch aus dem jeweilig gealterten Vorgängeruniversum entstehen.

Urknall-Echo: Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung | Copyright: NASA

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In den Messdaten der kosmischen Hintergrundstrahlung der NASA-Sonde WMAP (Wilkinson Microwave Anisotropy Probe) und dem Ballon-Teleskop "BOOMERanG" ("Balloon Observations Of Millimetric Extragalactic Radiation and Geophysics) haben die Forscher konzentrische Ringe mit deutlich niedrigeren Temperaturschwankungen entdeckt (s. Abb. o.). Bei dieser Hintergrundstrahlung handelt es sich laut Urknalltheorie sozusagen um das Echo des Urknalls, genauer gesagt um Mikrowellenstrahlung aus der Zeit von 300.000 nach dem Urknall selbst. Die konzentrischen Kreisstrukturen halten die Forscher für Spuren Gravitationswellen von einst zusammengestoßenen Schwarzen Löchern in jenem Universum, das unserem Universum vorangegangen war.

Die Übereinstimmung der Strukturen innerhalb der Messwerte zweier Datenquellen (a = WMAP; b = BOOMERanG) schließt einen Mess- bzw. Instrumentenfehler aus. Zum Vergleich eine Simulation der zu erwartenden zufälligen Werte (c) | Copyright: Penrose u. Gurzadyan

Für bisherige Urknallkosmologien, so Penrose und Gurzadyan, stelle die Existenz dieser Ringe ein grundsätzliches Problem dar, da die Temperaturunterschiede zufällig verteilt sein sollten, statt derartig geordnete Strukturen anzunehmen (s. Abb.).

Sollten sich die Beobachtungen von Penrose und Gurzadyan bestätigen, würde dies die bisherige Urknalltheorie über den Haufen werfen. Zuvor erwarten Beobachter jedoch schon jetzt eine langwierige und hitzig geführte kontroverse Diskussion der Grundlagendaten.

Den Artikel von Penrose und Gurzadyan finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell./ arxiv.org / physicsworld.com
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