Donnerstag, 18. November 2010

Nekropanspermie: Erweckten tote Mikroben aus dem All die Erde zum Leben?

Immun gegen ionisierende Strahlung: Das Bakterium Deinococcus radiodurans | Copyright: Public Domain

Victoria/ Kanada - Wie das Leben auf der Erde entstand bzw. woher es kam, ist bis heute unter Wissenschaftlern umstritten. Eine neue Studie kanadischer Forscher kommt zu dem Schluss, dass bisherige "Panspermie"-Theorien, die davon ausgehen, dass das Leben mit interstellarem Staub oder im Innern von Asteroiden und Kometen auf die Erde gebracht wurde, einer wichtigen Modifikation bedarf, da wahrscheinlich selbst widerstandsfähigste Mikroben die lange Reise durch All nicht überdauern.

Zwar wurde in Experimenten bereits oft nachgewiesen, dass es selbst auf der Erde sogenannte extremophile Mikroben gibt, wie sie auch unter extremsten Umweltbedingungen überleben und sogar im All mehrere Wochen und Monate auch schädlichster kosmischer Strahlung und dem ultraviolette Licht widerstehen können.

"Biologisch bedeutet das, das die Mehrheit der bekannten Organismen in neuen Welten zerstört oder gänzlich abgestorben dort ankommt. (...) Aus diesem Grund müssen die Wahrscheinlichkeiten für bislang bedachte Formen von Panspermie als sehr niedrig bewertet werden", erläutert Paul S. Wesson vom kanadischen "Herzberg Institute of Astrophysics" im Auszug zu seiner Studie, die im Fachmagazin "Space Science Reviews" erschienen ist.

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Ohne Panspermie grundsätzlich ausschließen zu wollen, verweist Wesson jedoch auf den Umstand, dass der Vorgang des Transports von Mikroben zwischen zwei oder mehreren Planetensystemen keine Wochen und Monate sondern Jahrtausende oder gar Jahrmillionen in Anspruch nehmen kann.

Statt von Panspermie, sozusagen also dem Insel-Hopping des Lebens von Planetensystem zu Planetensystem und hier von Planet zu Planet, verwendet Wesson deshalb die Bezeichnung "Nekropanspermie" (nekro [griech]: tot) um seine modifizierte Theorie zu betiteln, wonach tote Organismen, die Saat des Lebens verbreitet haben.

Sollte die Zielwelt lebensfreundlich sein, könnten die dortigen Umweltbedingungen laut Wesson dazu führen, dass der genetische Code der abgestorbenen Mikroben neu zusammengesetzt wird. "Wiederauferstehung könnte also - wie auch immer – möglich sein. Bestimmte Mikroorganismen verfügen über effektive Enzymsysteme, die eine Vielzahl von DNA-Strangbrüchen reparieren können. Diese und andere Mechanismen zum Neustart des Lebens hängen natürlich grundlegend von den Umweltbedingungen in der neuen Heimatwelt ab."

- Die vollständige Studie finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / springerlink.com
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