Samstag, 9. April 2011

Astronomen studieren mysteriöse Super-Explosion im All

Der Gammastrahlenausbruch "GRB110328A" am 28. März 2011 | Copyright: NASA/Swift/Stefan Immler

Washington/ USA - Gleich mehrere Teleskope auf der Erde und im All sind auf eine gewaltige Explosion in einem fernen Galaxienkern gerichtet worden, um deren ungewöhnliche Merkmale und Ursache zu erforschen. Noch eine Woche nach der Explosion hält die Strahlung unvermindert an, obwohl gewöhnliche Gammastrahlenausbrüche aufgrund der Zerstörung massenreicher Sterne für gewöhnlich binnen weniger Stunden wieder verblassen.

Wie Astronomen der NASA berichten, wurde bislang noch nie eine vergleichbar intensive und in ihrer Nachwirkung langanhaltende Explosion im All beobachtet. Nachdem das Initialereignis am 28. März 2011 vom "Burst Alert Teleskop" an Bord des NASA-Observatoriums "SWITFT" im nördlichen Sternbild Drache (Draco) entdeckt worden war, bestätigten bis zum 4. April die Weltraumteleskope Hubble und Chandra die Position der als Gammastrahlen-Ausbruch "GRB110328A" katalogisierten Explosion als im Zentrum einer rund 3,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt gelegenen kleinen Galaxie.

Wie das Zentrum der Milchstraße, so beherbergt wahrscheinlich auch diese Galaxie ein zentrales Schwarzes Loch. Die Forscher vermuten also, dass es zu der Super-Explosion gekommen ist, als ein Stern dem Schwarzen Loch im Zentrum seiner Galaxie zu nahe gekommen ist. Hierbei könnten gewaltige Gezeitenkräfte den Stern regelrecht auseinandergerissen haben. Zwar wurden ähnliche Ereignisse bereits zuvor beobachtet, doch noch nie war hierbei eine vergleichbare starke und schwankende Röntgenstrahlung beobachtet worden.

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Die NASA-Astronomen vermuten, dass die Röntgenstrahlung von Gasmaterie abgegeben wird, die - in Folge der Sternenexplosion und der Aufnahme dessen Materie durch das Schwarze Loch - in einem Teilchenstrom entlang der Rotationsachse des Schwarzen Lochs wieder austritt und wir als Betrachter genau entlang dieses Strahls blicken.

"Die Tatsache, dass sich die Explosion im Zentrum der Galaxie ereignet hat sagt uns, dass sie höchstwahrscheinlich mit einem massereichen Schwarzen Loch zusammen hängt", erläutert Neil Gehrels, Leiter des Swift-Projekts am "Goddard Space Flight Center" der NASA. "Dies könnte eine der Schlüsselfragen zu diesem rätselhaften Ereignis klären." Anhand weiterer Beobachtungen, etwa von Helligkeitsveränderungen Galaxienkerns, soll die bisherige Theorie nun noch überprüft werden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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