Freitag, 29. April 2011

Guru Sathya Sai Baba verstorben

Sathya Sai Baba | Copyright: unbek. Quelle: Internet

Puttaparthi/ Indien - Nach vorigem Krankenhausaufenthalt ist der weltweit bekannte, verehrte und von Skeptikern ebenso kritisierte indische Guru Sathya Sai Baba am vergangenen Sonntag, den 24. April 2011, im Alter von 85 Jahren in Folge von Herz-, Lungen- und Nierenproblemen an Organversagen gestorben.

Schon als Kind, so berichtet sein autorisierter Biograph, Narayana Kasturi, habe Sai Baba die Gabe besessen, Gegenstände zu materialisieren und erklärt, er sei die Reinkarnation des 1918 verstorbenen, indischen Heiligen Shirdi Sai Baba.

Seine weltweit verbreitete spirituelle Lehre, die zu einer Einheit der Religionen aufruft basiert auf fünf Kerngedanken: Die Göttlichkeit des Menschen, die Einheit der Religionen, die menschlichen Werte, die Begrenzung der Wünsche und der Dienst am Mitmenschen. Bekannt wurde Sai Baba besonders durch die von ihm geleiteten Ashrams, seine vor unzähligen Anhängern durchgeführten Wunderdemonstrationen, darunter die angebliche Manifestation von sogenannter Heiliger Asche, Lebensmitteln und kleinen Schmuckstücken, durch ihm zugesprochene Wunderheilungen aber auch durch sein umfangreiches Wirken als Wohltäter und Gründer zahlreicher Hilfs- und Bildungswerke.

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Zugleich zog Sai Baba jedoch zeitlebens auch immer wieder nicht minder scharfe Kritik an seiner Person und seinen Praktiken und besonders an seinem politischen Einfluss auf sich. So kamen Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung tatsächlich nie zur Verhandlung. Skeptiker werfen ihm zudem fortwährenden Schwindel und "billige Taschenspielertricks" als Grundlage seiner Wunder vor und - wie vorrangig die Ikone der Skeptiker-Bewegung James Randi - lassen selbst in jetzt veröffentlichten Nachrufen kein gutes Haar an dem weltweit von schätzungsweise 50 Millionen Anhängern verehrten spirituellen Lehrmeister.

Wie schon zu Lebzeiten, so sorgt Sai Baba auch noch im Tod für kontroverse Diskussionen: Angesichts seines Ablebens verweisen seine Kritiker auf seine eigene Vorhersage, dass er einst erst im Alter von 96 Jahren sterben werde und unterstreichen das vermeintliche Nichteintreffen selbst dieser Prophezeiung. Seine Anhänger sehen dies indes anders: In einer Presseerklärung führt die "Sathya Sai Organisation in Deutschland e.V. (sathya-sai.info) hierzu folgendes aus:

"Sai Baba hatte bereits in früheren Jahren angekündigt, dass er "im Alter von 96 Jahren seinen Körper verlassen" werde. Dies steht in keinem Widerspruch zu seinem Ableben nach "westlicher" Rechnung im Alter von 85 Jahren: In Indien ist es üblich, nicht mit Erdenjahren, sondern mit Mondjahren zu rechnen - vor allem in einem spirituellen Umfeld. Da legt man meist den astrologischen Mondkalender ("Nakshatra Kala Ganana", auf den Sai Baba öfter Bezug nahm) zugrunde, nach dem eine "siderische Periode des Mondes" genau 27,3 irdischen Tagen entspricht. Das Mondjahr mit 12 Perioden hat demzufolge nur 327 Tage. Wenn man nun Sai Babas 31.197 Erdentagen – in Indien beginnt die Zählung der Geburtstage am Tage der Geburt mit einem Jahr – durch 327 teilt, erhält man exakt 95,4 Jahre. Sai Baba hat also Seinen Körper, wie vorausgesagt, im 96. Lebensjahr verlassen."

Unabhängig von den Kontroversen um seine Person, Praktiken und Lehre kamen zu dem von der indischen Regierung ausgerufenen Staatsbegräbnis am gestrigen Donnerstag hunderttausende von Anhängern und zahlreiche Offizielle, unter ihnen auch der indische Premierminister Manmohan Singh und die Kongresspräsidentin Sonia Gandhi. Indiens Regierungschef Singh würdigte Sathya Sai Baba, als "Inspiration für Menschen aller Glaubensrichtungen". Er habe Millionen Menschen dazu bewogen, ein "sittliches und sinnstiftendes Leben zu führen".

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de
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